Ausflug in die Taschenwelt

Moin ihr Lieben,

ab und an entdecke ich einen Taschenschnitt und fange sofort Feuer!

Das passiert nur gelegentlich (und ich besitze auch genug Taschen), aber wenn, dann muss ich sie sofort machen. Geht es euch auch manchmal so?

Vor kurzem erreichte mich ein Päckchen, das ich mir selbst im Dezember (!) aus dem Australien-Urlaub geschickt hatte. Darin befanden sich nicht nur die Reiseführer, die ich nicht mehr brauchte und ein paar Klamotten, die den Rucksach unnötig verstopften, sondern auch ein Heft des Simply Sewing Magazins aus England, das ich in Adelaide gekauft hatte. Beim Durchblättern des Hefts fiel mir ein beigelegter Umschlag buchstäblich in den Schoß. Er enthielt den Schnittbogen und die Anleitung für diese „Weekend-Tote“ und ich wußte sofort: die will ich machen!
Es gibt den Schnitt auch als Freebee 🙂

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Der Schnitt besteht eigentlich nur aus einem Teil, das man 2x in einem schönen Außenstoff und 2x in einem Futterstoff zuschneiden soll, dann kommen noch die Träger und vier extra Taschen dazu. Zwei davon, mit Reißverschluss versehen, werden am Futter angebracht und sind von innen zu erreichen, und zwei werden in den Außenstoff verarbeitet, wobei eine komplett außen aufgesetzt wird und eine nur als Eingriff von außen sichtbar ist. Die Tasche wird mit einem Reißverschluss geschlossen und ist sehr geräumig.

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Ich hatte sofort diesen Kanvas-Stoff im Kopf, den ich mal auf dem Markt gekauft hatte, mit den ganzen Nähutensilien drauf. Als Innenfutter habe ich den weißen Baumwollstoff mit den grünen Polkadots verwendet, der mir leider beim Blusenschnitt so daneben gegangen war. Die Außentasche und die Eingrifftasche auf der Rückseite sowie die Träger wurden aus alten Jeans gemacht, so habe ich gleich noch etwas Stoff recycelt :-).

Eigentlich dachte ich „die mache ich locker in drei Stunden fertig“, sollte aber eines Besseren belehrt werden. Denn diese Tasche hat es in sich!
Der Außenstoff wird zunächst wie ein Quilt mit Wattierung verstärkt und dann in Quadraten abgesteppt. Das messen, anzeichnen und schließlich nähen hat schon ziemlich lange gedauert. Ihr seht, worauf ich hinaus will: der ganze Prozess dauerte vom Zuschnitt bis zur fertigen Tasche ungelogen fast zwei Tage, an denen ich jeweils mindestens vier Stunden damit beschäftigt war. Also nicht mal eben flugs fertig gemacht….

Trotzdem, ich bin der Ansicht, dass es sich durchaus gelohnt hat, so sorgfältig und mit genügend Geduld (!) gearbeitet zu haben. Das Endergebnis kann sich sehen lassen.
In Serienproduktion werde ich damit allerdings nicht gehen, viel zu aufwendig.

Mit der kann ich jetzt locker shoppen gehen, ein paar Meter Stoff passen allemal rein (*grins*).

Die Weekend-Tote geht jetzt ab zum RUMS.

Und was habt ihr so genäht am Wochenende?
Den angekündigten Pencilskirt habe ich noch in Arbeit…die Tasche ist mir dazwischen gerutscht….aber ich folge in Nähdingen (und meist auch generell) meinen spontanen Impulsen :-).

In diesem Sinne,
viel Spaß beim nähen und bis zm nächsten Mal,

Milan

Taschenschnitt: Weekend-Tote von Simply Sewing Magazine Ausgabe 21
Stoffverbrauch:  am besten auf der Webseite nachgucken, die Liste ist recht lang…
Zutaten: 3 Reißverschlüsse á 18 cm, ein Reißverschluss á 58 cm, Polyestergarn, Jeansnadel, Holzperlen und Stickgarn für den Tassel und die Verzierung, Label etc.
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Blusen: eine neue Liebe

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies and Gents, please scroll down for the english version :-).

tja, seit dem Blusen-Sewalong von Elke (ellepuls.com) habe ich entdeckt, dass ich Blusen mag. Lange Zeit waren sie schlichtweg nicht präsent in meinem Schrank. Zu viel Bügelarbeit, dachte ich oft, außerdem war ich mit meinen Jerseyshirts und Pullis ganz zufrieden und vermisste nichts.

Aber dann kam der Anstoß in Form dieses Sewalongs und ich fand, ich sollte mich mal an blusige leichte Stoffe wagen, die ich bisher tunlichst vermieden hatte. Nachdem mir die Pussy-Bow Bluse so gut gelungen ist, musste dann auch noch eine weitere Bluse entstehen, die auf meiner Hitliste stand: Butterick 6217, entworfen von Gretchen Hirsch (Gertie). Einen passenden Stoff hatte ich noch am Lager, also auf dem Umschlag die passende Größe rausgesucht, ein SBA (small-bust-adjustment – Verkleinerung des Brustabnähers) und Verlängerung der Gesamtlänge schon eingebaut, ausgeschnitten und voller Vorfreude drauflos genäht.

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Jaaaaa, bei der ersten Anprobe dann das böse Erwachen: meine Bluse war, obwohl streng nach Umschlag-Maßen ausgeschnitten, ein riesiger Sack! Ich hätte heulen können; hatte ich doch einen schönen weißen Baumwollstoff mit grasgrünen Polkadots dafür zerschnitten…ich liebe Polkadots. Aber da war wirklich nichts zu retten, die Form des Ausschnittes lässt Verkleinerungen kaum zu und es war ja irgendwie alles zu überdimensioniert. Außerdem stellte ich fest, dass die Armausschnitte zu eng saßen, und das, obwohl ich viel zu groß ausgeschnitten hatte!

Immerhin bin ich dann (leider viel zu spät) auf die Idee gekommen, bei PatternReview.com mal nachzulesen, was andere Näherinnen über dieses Schnittmuster geschrieben haben, und siehe da: fast alle hatten die Größenangaben bemängelt, sowie den zu kleinen Armausschnitt! Beim nächsten mal bin ich sicher schlauer und befrage gleich das kollektive Gedächtnis meiner nähenden Verbündeten im Netz! Nur mal interessehalber: guckt ihr euch vorher im Netz an, was andere über einen Schnitt sagen, den ihr gern nähen wollt?

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von den großen Sack habe ich leider kein Foto…

 

Also dann, nochmal in die Stoffkiste gegriffen und diesen süßen Baumwollstoff in hellblauem Karo rausgeholt, von dem ich mal auf dem Stoffmarkt ein paar Meter (ursprünglich für einen Tellerrock gedacht) gekauft hatte. Dann den Schnitt nochmal in zwei Nummern kleiner (!) abgepaust, nochmal ein SBA vorgenommen und das Ärmelloch um 2,5cm vergrößert. Da der Ärmel gekräuselt werden sollte, habe ich an ihm keine Änderung vorgenommen, die längere Strecke der Ärmelkante ging dann eben auf Kosten der Kräuselung.

Dann ging alles sehr flott; ich habe die Bluse am Samstag in einem Rutsch genäht. Natürlich nicht ohne ein etwas banges Gefühl in der Magengegend, als es an die erste Anprobe ging, aber glücklicherweise hat dann alles gepasst. Ich musste nicht mal für mein Hohlkreuz eine Anpassung machen. Einige hatten bei der Besprechung des Schnittes geschrieben, dass sie das Rückenteil im Bruch zugeschnitten haben, obwohl es mit einer Mittelnaht angegeben war. Ich fand die Mittelnaht sehr praktisch, dadurch ist eine Hohlkreuzanpassung viel leichter. Aber wie gesagt, in diesem Fall nicht mal nötig.

Der ganze Prozess war dann recht einfach, und ich habe dabei sogar das erste mal mein Blindstich-Füsschen eingesetzt 🙂 Es ist ja eines meiner erklärten Ziele, die ganzen Extras und Werkzeuge, die sich als Zubehör in meiner Maschine befinden, in diesem Jahr besser kennen- und benutzen zu lernen. Blindstich-Füsschen: abgehakt 😉

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Uuuunnd – Tusch!
Hier also meine neue Bluse:

 

 

 

20170213_122010-minIch finde sie sehr süß, fast schon dirndlartig. Von den beiden Lösungen für die Ärmel bin ich allerdings nur so semi-begeistert (es gibt einen Puffärmel und einen Tulpenärmel). Vielleicht konstruiere ich mir für eine zweite Version einen Cap-Ärmel, mal sehen. Auf jeden Fall muss ich diese Bluse nochmal in weiß (vielleicht mit Lochstickerei?) nähen (bei einer bekannten österreichischen Designerin übrigens zurzeit für 220 € zu haben) :-).
Den Instagrammerinnen, die ich wegen der Knopfauswahl befragt hatte, sei gesagt, dass die Silberknöpfe nur als Übergang gedacht sind, bis ich die passenden Knöpfe in hellblau gefunden habe. Die Perlmuttknöpfe hatten mir dann doch einen zu gelblichen Farbton.

Um das Outfit komplett zu machen soll jetzt noch ein Bleistiftrock genäht werden. Einen schwarzen Stoff aus Wolle und Poly habe ich mir schon bei Hüco gekauft, nur auf einen Schnitt konnte ich mich noch nicht festlegen… vielleicht bin ich beim nächsten Post schon weiter in der Entscheidungsfindung.

Bis dahin, lasst es euch gut gehen,
denkt daran, eure Näh-Community zu fragen, wenn ihr etwas nicht wisst (am besten VOR einem Projekt, nicht so dösig nachdem man einen schönes Stoff verschnitten hat)
und wagt euch auch mal an Schwieriges, das ist hinterher um so befriedigender.

In diesem Sinne: viel Spaß beim nähen,
Milan

Verlinkt zum MeMadeMittwoch

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G´day my fellow sewing-enthousiasts,

well, since Elke´s (ellepuls.com)  Blouse-Sewalong, I found I like blouses. For a long time blouses simply didn´t exist in my wardrobe. Too much to iron, I often thought, plus I was content with my jerseyshirts and sweaters and didn´t miss anything.

But then the Sewalong triggered something in me, and the success with my Pussy-Bow-Blouse helped to make me try my skills on slippery fabrics that I would have avoided normally. So I convinced myself I needed another blouse and as a matter of fact, I already had a pattern in my stash, that I had considered for the sewalong anyways, just didn´t have the time to finish it by the deadline. It is Butterick 6217designed by Gretchen Hirsch (Gertie). I chose view A with the cute little bow and poofy sleeves. A suitable fabric was unearthed from my stash and after checking the size guide on the envelope of the pattern, I courageously cut into my fabric, including a small-bust-adjustment and lengthening the bodice as I went, and happily settled at my Pfaff to stitch it up in a whim.

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My happy expectation was crushed when it came to a first fitting…. the bodice was much too large and hung on my frame like a potato-sack. What a disappointment! I could have cried; I cut into a lovely white cotton lawn fabric with apple-green polkadots for this number…I love polkadots.
To alter the complete thing, it would have gone out of proportion due to the diamond neckline and the darts. On top of that I discovered that the armholes were much too tight even though I cut a  bigger size than I needed!

Much too late I started to research the pattern at PatternReview.com to find out what other seamstresses said about it. And I was not surprised to find nearly all of them were compaining about the sizing information of the envelope and the too small armseye! Next time I´ll be more considerate and check in with those information first! There´s a treasure trove of knowledge in the net and it´s invaluable, so a huge thank you! to all my fellow stitchers for sharing it!  Just out of interest, do you guys check out other people´s reviews before stitiching up a new pattern?

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I didn´t take pics of the first one, but it was huuuugggeee!

 

As a result of my new-found knowledge, I delved into my stash for a second time and came up with a lovely babyblue and white checked cotton lawn that I purchased at the market a few months ago (it was originally meant to become a circle skirt). Then copied the pattern again in two sizes smaller than recommended, included the SBA again and widened the armhole by an inch. Since the sleeves were gathered I didn´t alter it, the sleeve would have to be less poofy in the end as a result of the longer outline, but that didn´t bother me.

After that the blouse came together in one nice Saturday afternoon. Not without a small knot in my stomach I went to the first fitting with my newly basted bodice, but this time everything fit beautifully. I didn´t even have to make my usual swayback adjustment. Thanks to a middleseam in the back of the bodice there wouldn´t have been a problem for that and some of the ladies that made this blouse omitted the seam and cut the backpiece on the fold, but in this case everything was perfect for me.

The whole process of stitching this number up was pretty easy after the fitting was good, I even used my blind-stitching foot for the first time! I made a resolution to make more use of all the little helpers and tools that came with my machine and the ones that I bought additionally and get to know them better. So blind-stich-foot: check!

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Soooo, here it comes, my new blouse:

 

20170213_122010-minIsn´t it cute? A little dirndl-stylish with the poofy sleeves, almost a little too sweet. The pattern offers two sleeve variants to choose from: a poofy half-sleeve or a tulip sleeve. Both are not a hundred percent to my liking, maybe I´ll construct myself a cap-sleeve for a second version. There´s already a white one on my mind, maybe made from Madeira embroidery (there´s a version of this blouse from a well-known Austrian designer for 220€ on the net!).

To comlete and compliment this outfit, my next project is probably a pencil skirt. A suitable black wool-poly blend is already in my possession (ahem), I just couldn´t agree with myself on a pattern yet…maybe I´ll be decided by the next time I post something…

Until then, enjoy what you´re stitching,
remember to ask your knowledgeable community if you have questions (and preferably do it BEFORE you cut into your nice fabric..),
challenge yourself to things you haven´t done before, it is much more rewarding afterwards,
and, above all: enjoy, enjoy, enjoy 🙂

In this spirit, see ya,
Milan

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Blusensewalong Teil 3

Moin ihr Lieben,

es ist schon wieder Sonntag, und damit Zeit für den dritten Teil von Elle Puls´ Blusensewalong, diesmal mit dem Motto:

Zwischenstand bei deiner Bluse. Hast du Tipps und Tricks gelernt oder brauchst du noch Hilfe bei deinem Projekt?

Hm. Da ich ja irgendwie jetzt erst gelesen habe, dass die Bluse, die ich mir ausgesucht habe, eigentlich nicht den Regularien entspricht (weil keine Knopfleiste und kein Kragen im herkömmlichen Sinn), komme ich mir vor, als hätte ich geschummelt…

So eine richtige Herausforderung meines Könnens war sie dann auch nicht; trotzdem bin ich froh, dieses Schnittmuster gewählt zu haben, denn das Ergebnis ist toll geworden (und das kommt beileibe nicht bei jedem meiner Projekte vor ;-)). Diese Bluse könnte glatt irgendwo im Laden hängen (und ich hätte sie wahrscheinlich nicht gekauft, haha).

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Der Viskosestoff knittert natürlich auch schön, wie es sich gehört, das tut aber dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch. Die Ärmel sind erstaunlicherweise lang genug für mich, ein dicker Pluspunkt für den Schnitt (Pussy Bow Blouse von Sew Over It). Nach längerem Überlegen habe ich mich dann für die schlichteren Knöpfe in Perlmutt entschieden. Da waren auch noch silberne Halbkugel-Knöpfe im Rennen, aber da ich die Bluse auch ins Büro anziehen wollte, schieden sie aus. Beim arbeiten am PC würden die wahrscheinlich stören.

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Bündchen mit Perlmuttknopf inklusive der Füsse meiner freundlichen Fotografin 😉

Ich bin hochzufrieden mit dem Ergebnis und möchte an dieser Stelle schonmal danke sagen für die tolle Inspiration, die mir der Sewalong gegeben hat und danke an Elke für die Plattform, den Weg bis zur fertigen Bluse mit anderen teilen zu können. 🙂

Da ja nun noch Zeit ist bis zum Finale, habe ich mir gedacht, ich könnte noch ein zweites Blüschen ins Rennen schicken. Dazu habe ich den Schnitt von Gertie (Butterick B6217) schonmal ausgeschnitten. Wenn ich ganz optimistisch und enthusiastisch bin, schaffe ich es vielleicht, sie am 9. Februar zu zeigen (zumal ich schon einige Hürden damit genommen habe… definitiv eine größere Herausforderung als die Pussy Bow Blouse!). Aber dazu mehr im nächsten Post.

Ich geh jetzt stöbern bei den anderen tollen Projekten…

Bis zum nächsten mal,
und viel Spaß beim nähen 🙂

Milan

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