Maritim geht immer…

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies and Gents, please scroll down for the english version.

heute schiebe ich noch flugs ein Shirt ein, das ebenfalls letztes Wochenende entstanden ist: ein Gable-Top von Jennifer Lauren Vintage.

Ich fliege ja auf diesen Stil aus den 40er und 50er Jahren, und mit dem Gable hatte ich schon länger geliebäugelt, fand aber den Preis von 12€ über Etsy doch recht happig für ein einfaches Top. Aber dann hab ich´s mir überlegt und wollte sehen, ob es wirklich so nett aussieht und so einfach ist, wie ich es mir vorgestellt hatte.

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Und – was soll ich sagen – ja, tut es und ja, ist es. Direkt etwas ärgerlich, denn Shirt-Schnitte besitze ich zur Genüge und hätte einen davon nur etwas anpassen müssen, um den Effekt mit dem Halsausschnitt hinzubekommen. Aber nun ist es so.

Normalerweise mag ich es nicht so gerne, wenn ein Stoff so eng am Hals anliegt (ich trage auch keine Rolli´s oder Turtlenecks), aber in diesem Fall merkt man es kaum noch, wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat.

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Bei einer zweiten Version werde ich wohl Jennifers Tipp beherzigen und den Ausschnitt etwas weiter nach unten verlegen. Die Beschreibung ist hier sehr nützlich und gut geschrieben.

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Mein Stoff ist ein Baumwolljersey, den ich im Angebot in einem Laden in Berlin gekauft habe. Die Streifen passen sogar (weitgehend) aufeinander; ich habe mir beim Zuschnitt Zeit gelassen und mir Mühe gegeben :-).

Mir gefällt die enge Passform des Tops, es hat diesen Vintage-Vibe (wenn man das so nennen kann) und ich fühle mich wohl darin. Kann es also weiter empfehlen.

Fazit: Jersey Top mit U-Boot-Ausschnitt, für Nähanfänger/innen geeignet (figurnah)
Material: Jersey mit etwas Elasthan ist gut geeignet, es sollte nicht unbedingt Viskose-Jersey sein, der ist zu fließend, lieber ein Baumwolljersey mit Strech aber auch etwas fester, 1,40m bei 1,50m Stoffbreite, Garn und etwas Vliseline-Formband für die Schulternähte
Tragegefühl: Anfangs gewöhnungsbedürftig, dann angenehm
Wiederholungspotenzial: definitiv gegeben

So, ab zum RUMS damit, euch viel Spaß beim nähen,

Milan 🙂

 

G´day Ladies and Gents,

I just wanted to show you my latest make: a Gable-Top by Jennifer Lauren Vintage.

I like the vintagey vibe this top has, but the price of 12€ on Etsy was a bit too high for my taste… but then – who cares? I got it and tried wether it really was as good looking and easy as I assumed.

And – what can I say – yes it is. It was almost a little siily to buy, because I could have changed a few lines on one of the shirt patterns that I already own and could have skipped buying, but now it´s done.

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Normally, I don´t like having fabric that close to my throat, I never wear turtlenecks either, but in this case I actually don´t mind. The fabric is soft and after a while I stop being aware of it all together.

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In a second version I will lower the neckline a bit, as suggested by Jen in the discription.

The cotton jersey was on sale in a local store and I took some time and really paid attention to the right cutting of the pieces. Now the stripes (almost always) match :-).

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I like the vintage-vibe of the top, the fact that it doesn´t require lots of yardage and that it´s easly made in one and a half hours (for experienced sewers). I recommend the pattern.

Summary: easy to make jersey top, suitable for beginners
Materials: 1,40m ;1,50m wide Cotton jersey with a little strech, some fusible strips to stabilize the shoulderseams, yarn
Feeling when wearing: well dressed and comfy after a while
Will I sew it again? Granted 🙂

 

This one goes to the RUMS now,
leaves me to say:

happy sewing everyone!
Milan

 

Libellen-Latzhose :-)

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies and Gents, please scroll down for the english version.

seitdem Einteiler eine Art Wiederbelebung erfahren haben, bin ich immer wieder begeistert, was für tolle Schnitte es im Netz und auch im Straßenbild zu finden gibt.

Jumpsuits finde ich grandios, meist schnell genäht, gemustert oder uni, morgens reingeschlüpft und man ist den ganzen Tag schick angezogen. Eine etwas andere aber dennoch ähnliche Spielart ist die Latzhose. Mein ganz persönlicher Favorit. So ähnlich wie vor Jeans hatte ich bisher immer großen Respekt vor ihnen, da es dort noch mehr als bei „nur“ Hosen besonders auf die gute Passform ankommt (und man da gefühlt 1 Mio. Fehler machen kann).

Nichts desto trotz wollte ich mir eine nähen.

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Es gibt ein paar schöne Beispiele von tollen Frauen, aber so richtig populär scheinen Latzhosen nicht zu sein. Egal, ich hatte einen schönen Schnitt gesehen und ihn kurzerhand letzten Freitag gekauft: Turia von Pauline Alice. Das ist mein erster Schnitt von dieser Marke und Gott sei Dank ist mir nicht entgangen, dass Pauline auf ihrer Webseite schreibt, dass sie für Frauen mit einer Körperlänge von 1,65m designt, sodass ich mich darauf einrichten konnte, mal locker 15cm an Länge zugeben zu müssen (Ich bin ein großes Mädchen mit 1,80m).

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Da ich in zwei Läden (!) in Berlin keinen für meine Laune passenden Jeansstoff finden konnte, beschloss ich, in mein Lager zu tauchen und dort bin ich tatsächlich fündig geworden: zwei Meter von diesem großartigen Leinen, den ich vor zwei Jahren aus Japan mitgebracht hatte. Dunkelblau mit cremefarbenen und roten Libellen. Hach, ich bin immer noch verliebt in den Stoff :-). Leider liegt er nur 1,10m breit, wie das in Japan so üblich ist, also konnte keine Turia mit langem Bein daraus werden. So entschloss ich mich kurzerhand, eine Latz-Shorts daraus zu machen.

Am Freitag Abend puzzelte ich den pdf-Schnitt zusammen, am Samstag wurde zugeschnitten und angefangen. Da sie wie eine Jeans genäht wird, also mit jeder Menge Stepp- und Kappnähten, habe ich alle Maschinen aufgebaut und sie sind auch alle zum Einsatz gekommen (also eine Overlock und zwei Nähmaschinen, eine normal bestückt und eine mit Jeans-Steppgarn für die Ziernähte). Laut der Beschreibung von Pauline sollte man sich nach den Körpermaßen richten und nicht nach den Maßen des fertigen Kleidungsstücks. Das habe ich beherzigt und mein Hüftmaß als Maßstab genommen. Das entspricht bei ihr einer Größe 42. Da musste ich mal kurz schlucken, trage ich doch sonst eine 38, habe dann aber beherzt in den Stoff geschnitten. Die Markierungen für die Taschen und Gürtelschnallen ließ ich bei denen für die Größen 34-38, da ich die Ahnung hatte, an den Seitennähten zur Taille hin noch etwas abnehmen zu müssen. Wie es sich bei der ersten Anprobe herausstellte war das genau richtig. Ich konnte satte drei Zentimeter pro Seite reinnehmen, von der Hüfte bis zur Taille zulaufend. Glück war auch, dass ich die Rundung an der inneren Naht nicht nach oben zur Größe 38 verlegt hatte (wie kurz mal angedacht), sonst wäre der Schritt zu hoch geworden und wir wissen ja alle, wie sich das anfühlt beim tragen 😉

Obwohl in der Beschreibung etwas von 20cm langen Reißverschlüssen steht, waren die Markierungen definitiv höher angesetzt und 15cm lange Reißer hätten auch gereicht. Ich habe zwar die 20cm langen eingesetzt, die Öffnung aber bei 15cm belassen. Es reicht so vollkommen, um rein und raus zu kommen.

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Genäht habe ich das meiste dann am Sonntag Abend, mit kleinen Unterbrechungen bis halb eins in der Nacht. Aber dann war sie komplett fertig und das beste: sie passt super und ich kriegte das Grinsen kaum aus dem Gesicht, als ich dann ins Bett fiel.

Da es ja mittlerweile zu kühl ist, draußen nackte Beine zu haben, musste am Montag eine blickdichte Strumpfhose herhalten, damit ich meine Turia ausführen und fotografieren lassen konnte. Das Grinsen war immer noch da 🙂

Fazit: Schöner Schnitt für fortgeschrittene Näherinnen
Material: ca. 1,60m bei 1,10m Breite; am besten fester Stoff, Köper, Jeans, Leinen der festen Art, Kord, 2 Schnallen (4cm), 2 Jeansknöpfe zum einhämmern, 2 Reißverschlüsse à 15cm, Garn und Ziergarn zum Absteppen, Verzierung nach Geschmack (rote Paspel bei mir)
Tragegefühl: 🙂 macht einfach gute Laune

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Im Mauerpark am Montag

Wie seht ihr das, sollte Frau ab einem gewissen Alter einfach keine „kindischen/kindlichen“ Sachen mehr nähen/tragen? Ich bin da manchmal sehr mit mir im Zwiespalt, ob ein Teil noch „altersgerecht“ oder „angemessen“ ist. Meistens pfeif´ ich letztendlich drauf, aber gelegentlich fällt mein Blick dann zufällig auf mein Spiegelbild und ich denke, hm, du siehst aus wie´n 44-jähriger Teenager. Also, eher so gewollt als gekonnt. Lasst ihr manchmal Sachen links liegen, weil dieser innere Nörgler euch ins Ohr flüstert, das sei nicht angemessen? Würde mich sehr interessieren, wie ihr darüber denkt.

Aaalso, ich liebe jedenfalls meine süße Turia-Latz-Shorts und werde sie bestimmt oft tragen (und das nicht nur aber auch im Urlaub).

Hier geht´s jetzt ab zu den fabelhaften Frauen vom MeMadeMittwoch und ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim nähen!

Bis zum nächsten Mal,
macht es gut,
Milan

 

G´day Ladies and Gents,

since a few seasons, jumpsuits are back in our lives; I like to see women wear them everywhere, in Blogs, on the streets, in Shops.

They are versatile, most are easy to sew, uni or with nice dessins, you slip into one in the morging and you´re dressed nicely all day. A slightly different kind of jumpsuit are dungarees. My very personal favorite. Similar to sewing a pair of Jeans, I always had big respect for dungarees, because of the fit issues that might occur, even more so than with „only“ pants.

I wanted to sew one nonetheless.

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There are some lovely examples of dungarees online, made by talented women, but not one really popular one (or I missed out on it). Whatever, I detected a pattern and bought it Friday afternoon, to spend a weekend sewing: the dungaree Turia by Pauline Alice. It was my first pattern by her, so I was glad I didn´t miss her statement that her designs are for women who are 1,65m tall at the average. So I knew I had to add at least 15cm to the legs (I´m a tall girl with my 1,80m).

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So, armed with my new pattern, I spent two hours hunting for fabric, but couldn´t score one that really got to me! Even though I roamed two shops in Berlin, still no luck. So I decided to dive headfirst into my stash and – hurray! – found 2meters of this beautiful linnen I bought in Japan two years ago! Dark blue with tiny dragonflies in cream and red, oh, I still adore this fabric! Unfortunately it is custom in Japan to weave fabric only in 1,10m width (perfect for a Kimono), so it was out of the question to make a Turia with long legs. Consequently I decided to make a short one instead.

I printed and pieced the pdf-pattern together on Friday evening, Saturday I cut it out and started sewing. The pattern is sewn quite similar to actual Jeans with lots of flat-fell-seams and topstiching, so I set up all of my three machines for this project, (one serger, two machines; one equipped with topstiching-yarn, one with normal yarn) and I used them all.  According to Pauline, one should choose the size by checking the body measurements, not the measurements of the finished garment. I did, but had to swallow hard: my hip measurement is 102cm, which was a size 42 (14), whereas I normally wear a size 36/38 (8/10). But – better to stay too big; making things smaller is always easier than making them wider ;-). So I cut into my fabric without making a muslin. I kept the positions of the pockets and beltloops at the markings for sizes 34-38 though, as I presumed that I would need to take the side seams in later, to fit my waist measurement. After the first fitting I realized that that was a good move, as I had to take the side seams in by about 3cm on each side. A lucky strike indeed, the size 42, as the crotch would sit at an unfortunate place had I cut out a size 38 ;-).

Although the description called for two zippers 20cm long, the markings were a lot shorter (at 15cm), so in the end I used the 20cm zippers, but didn´t open the seam for the last 5cm. I get in and out of the pants without problems, so I left it that way.

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The Turia came together mostly on Sunday, when I took some breaks in between, but finished them at 0.30 in the morning. But then it was complete and the best: it fits beautifully and I couldn´t stop ginning when I finally went to bed.

Since it is too chilly to wear naked legs outside anymore, I had to adorn myself with some thick leggins to take my Turia out on Monday and have them photographed. The grin remained on my face :-).

Summary: nice pattern for advanced sewers
Materials: 1,60m of fabric, 1,10 wide (choose a sturdy fabric like denim, curdoroy or linnen,
2 buckles (4cm), 2 no-sew-buttons, 2 zippers (15cm), yarn, top-stich-yarn, adornment (red piping in my case)
Feeling when wearing: 🙂 makes me happy

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I have a question for you Ladies, at which age should a woman refrain from wearing „young“ clothes styles? Sometimes I find myself in a situation where I really like to wear/buy something and then comes this little voice in my head telling me to not be ridiculous and stay with something more age-appropriate…sometimes I don´t give a f**k , but then I catch my image in a surface and can´t help but feel a little like a 44-year-old teenager. I´d really appreciate your opinion on that matter.

However, I will get a lot of wear out of my lovely Turia dungarees (not only in my upcoming holidays, for sure).

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So here´s what the creative Ladies of the MeMadeMittwoch came up with: Click

That leaves me to say, happy sewing everyone and see you next time,

Cheers,
Milan