Klassische Bomberjacke (geht das überhaupt?)

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies and Gents, please scroll down for the English version.

heute zeige ich euch immernoch nicht den neuen Bleistiftrock, den ich schon vor Wochen angekündigt hatte, sondern ein anderes Projekt, das mir großen Spaß gemacht hat und das – aufgrund von mir selbst geschworener Genauigkeit – auch einige Zeit in Anspruch genommen hat.

Die Bomberjacke. Naja, eigentlich könnte man auch einfach Blouson sagen 😉

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In den 80ern trugen eigentlich nur Punks und Schlägertypen solche Jacken (oder zumindest sind mir solche in Erinnerung geblieben), aber seit einiger Zeit ist es wieder hip, diese Form der Jacke zu tragen. Es gibt sie in allen möglichen Ausführungen von leichter Fallschirmseide in zartrosa über Steppstoffe bis hin zur rockigen Ledervariante. Persönlich habe ich mich nie besonders angezogen gefühlt von dieser Jacke, zumindest bis ich einige sehr schöne Beispiele in meinem Bekanntenkreis und in der Bloggerwelt gesehen habe.

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Seitdem spiele ich mit dem Gedanken, mir so ein Modell zu nähen.
Um mich nicht zu überfordern und trotzdem etwas zu lernen habe ich mir ein Modell aus der Burda Easy F/S2014 ausgesucht, und mich für die Variante C (mit zwei einseitigen Paspeltaschen) entschieden. Der Kragen sollte allerdings, wie für eine richtige Bomberjacke üblich, abgerundet sein und nicht, wie in dem Modell angegeben, einfach ein gefalteter Streifen Bündchen. Das war schonmal die erste Änderung, die ich vorgenommen habe. Dazu kam dann, dass mir die Jacke zu lang erschien. Ich hätte gern, dass sie in der Taille endet, damit sie zu meinen Tellerröcken und Pedal-pusher-Hosen passt, die alle in der Taille enden. Also flugs um 5 cm gekürzt (also auch einen kürzeren Reißverschluss besorgt). Am Schluss war sie immernoch zu lang, aber ich greife vor….

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Alles am Schnitt ausgemessen, ausgeschnitten in Größe 38 und fein säuberlich alle Teile aus einem schönen marineblauen Sommersweat und passendem Bündchenstoff ausgeschnitten.

Dann ging´s an das nähen der Paspeltaschen. Da finde ich die Beschreibung in der Burda oft recht kryptisch und leider gibt es nicht genügend Bilder, um dem Ablauf problemlos folgen zu können, also habe ich (mal wieder) auf mein bewährtes Mittel YouTube zurück gegriffen. Die Clips kann man immer wieder stoppen, den Schritt nachvollziehen und dann weitermachen. Eine großartige Sache!

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Entschuldigt bitte die schlechte Farbqualität des Bildes…

Da ich mir diesmal richtig viel Zeit gelassen habe, ist das Ergebnis auch ordentlich und (einigermaßen) akkurat geworden. Ein schönes Erfolgserlebnis. Dummerweise habe ich beim ersten Mal die Taschenbeutel auf die falsche Seite aufgenäht, aber der Fehler ist mir bewußt geworden, bevor ich in den Stoff geschnitten habe! Also Kommando zurück und alles nochmal auf der richtigen Seite angebracht. Läuft. Sogar mit Heftfaden habe ich gearbeitet, was mir üblicherweise zuviel Arbeit ist…

Der Rest der Jacke kam dann ohne weitere Zwischenfälle zusammen. Insgesamt hat sie ein paar kleinere Macken, so zum Beispiel liegt der Kragen nicht richtig an auf einer Seite, da habe ich wohl nicht gleichmäßig gezogen beim nähen. Außerdem ist der Reißverschluss nicht genauso lang wie die Jackenvorderteile, weshalb er schon kurz vor Schluss aufhört. Naja, kleinere Mängel eben. Verziert habe ich mit einem applizierten Anker (;-)) und rot-weiß-blauer Kordel.

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Gezeigt beim MeMadeMittwoch und Kollabora.com

Schnitt: Modell 1C, Burda F/S 2014; Gr.38
Material: Sommersweat (1,50m lang, 1,50m breit), Bündchen (ca. 70cm, bei 70cm Schlauchware) , ein Rest Bügeleinlage, ein teilbarer Reißverschluss 45cm lang (im Originalschnitt 50cm), Garn in passender Farbe, Kordel und weißer Jersey für den Anker
Funfactor: Auf jeden Fall gegeben! Ich plane schon ein weiteres Modell in zarten Farben
Schwierigkeitsgrad: die Paspeltaschen sind etwas knifflig, aber der Rest ist einfach.
Gesamtfazit: Supersache, das 🙂

Ich hoffe, ich habe euch nicht allzusehr gelangweilt und wenn ihr mögt (Tips, Anregungen, Kritik habt), schreibt mir gerne einen Kommentar.

Ansonsten, viel Spaß beim Nähen!

Milan

 

Hello again fellow sewers!

Today I´m not showing you my new pencilskirt, which was announced already a few weeks ago, but a different project, that really got to me fun- and skillwise. It took me some time or rather I took my time to finish this one, as I really wanted to make it good.

The bomberjacket.

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Back in the 80ies it was mainly punks and slugs who wore this type of jacket (or at least, that were the people I remember wearing them), but it returned to the streets and catwalks in  recent years. You can see them in powdery colored Balloon-Silks, in patched jaquards or in funky leather versions. Personally, I never felt particularly attracted to them, until I saw some really classy and stylish versions in my social circles and on the net.

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Since then I´m playing with the idea to make one for me.
To learn something new yet not ask too much of my skills, I chose a model from an older Burda Easy Magazine, issue F/S 2014, Version C boasting two one-sided ………… pockets. The first change I made was the collar, as it should be rounded towards the front zip and not just be a folded piece of binding. The jacket seemed too long for my taste. I wanted it to hit my waist, as all my circle skirts and pedal-pusher pants were hitting my natural waist and I thought it would be nice if the length of the jacket coordinated, so I cut the front- and backpieces 5cm shorter than required. That meant I needed a shorter zipper, too. Turned out, it wasn´t short enough in the end, but I´m racing ahead….

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I measured all my pieces on the paper pattern, cut it out in a size 38 and finally cut every piece meticulously from a beautiful marine-blue summersweat and matching binding.

Then I was ready to start sewing. In the description for the process, Burda is mostly cryptic to me, and even the pictures didn´t explain it clearly, so I took refuge to my beloved YouTube to get a good step-by-step tutorial on how to make those pockets. The clips can be repeated or halted until you have copied the action and then go on when you´re ready. Love it.

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Look what my camera does with the color…..ouch!

Since I really took my time with this project, I was rewarded with accurate seams and beautiful finishes. A truly amazing experience. Unfortunately I sewed the pocketbags and the flap to the wrong side of the fabric at first, but gradually noticed it before I cut into the fabric! No damage done. Resewed it on the right side and voilá, perfect pockets! I even worked with tailor´s tacks on this one, a first!

The rest of the jacket came together in a whim. All in all she´s got some minor issues, e.g. the collar doesn´t lie completely flat on one side, due to not enough pulling during the stichting. And the zip is a little shorter than the front pieces, so it ends a little short from the seam. As I said, minor issues. I will wear it nonetheless. As for decoration I´chose an anchor and some cord that fit the color scheme. Navy blue just demands for a marine-themed finish, don´t you think?

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This one goes to show off at the MeMadeMittwoch and at Kollabora.com.

Pattern: Burda Easy issue F/S 2014, model 1C, size 38
material: 1,50m long, 1,50m wide summer sweat, 70cm/70cm matching binding, thread, a piece of underlining and a 50cm zip (in my case 45cm), some colored cord and white jersey for the anchor
funfactor: yes!! I´m already planning a second version in a pale color
difficulty: the pockets are a bit tricky, apart from that fairly easy
All-in-all: nice pattern, a satisfactory make

I hope I didn´t bore you with my rather long post and if you like, feel free to leave a comment, critic or tips.

Thanks guys and happy sewing!

Milan