Ich mach mir die Welt… Pippi ist da! Pippi pinafore is here!

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies and possibly Gents, please scroll down for the english version.

ich bin schon seit ein paar Jahren im Schnittmuster-Tester-Pool von Jennifer Lauren, hatte aber bisher nie das Glück, tatsächlich für ein Muster ausgewählt zu werden. Bis Pippi daher kam. Ich wusste schon bei Jennifers Ankündigung, dass ich sie nähen würde, weil sie ein Latzkleid/-rock ist und ich Latzhosen/-röcke/-einteiler lieeeebe!

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Die Zeitspanne, in der man das Schnittmuster genäht haben und ihr darüber berichten sollte, passte in meinen Zeitplan, und so schnitt ich in einen schönen, dunkelroten Leinen und kombinierte dazu als Futter einen roten Baumwollstoff mit kleinen Pünktchen und Ankern als Futter. Gefüttert wurden nur der Latz und das Taillenband.

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Pippi ist insgesamt nicht so verspielt, wie es bei Latzröcken des öfteren der Fall ist. Der Rock hat vorne zwei kleine Falten und große Eingrifftaschen, die ich mit weißer Paspel eingefasst habe, um einen Akzent zu setzen. Der Latz kann je nach Brustgröße mit verschieden tiefen Abnähern gefertigt werden, damit alles optimal sitzt. Da ich maximal ein A-Körbchen trage, habe ich mich für die kleinste Abnähergröße entschieden. Für meinen etwas längeren Oberkörper habe ich den Latz um 4cm verlängert. Bei einer weiteren Version (vielleicht aus Wolle für die kälteren Tage) werde ich den Latz noch etwas mehr verlängern, er sitzt noch etwas tief, wie ich auf den Bildern erst erkannt habe.

Alles fertig zugeschnitten habe ich dann mitgenommen zum Nähcamp im März in Berlin,  wo Pippi auch fertig geworden ist und freundlicherweise auch gleich fotografiert wurde 🙂 (danke nochmal!).

Der einzig knifflige Schritt beim nähen war das Einsetzen der Knopfleiste am Rock. Da bin ich mit der Beschreibung etwas ins Schleudern geraten (der Teil ist von Jennifer mittlerweile verbessert und klarer dargestellt worden, weshalb es jetzt keine Probleme mehr geben sollte). Hm, es hat auch nicht gerade geholfen, dass ich vergessen hatte, die rechte und linke Stoffseite bei meinen Teilen zu markieren, und so habe ich die falsche Seite mit Vlieseline verstärkt und es passte dann nicht mehr so optimal zusammen… der Passform hat das keinen Abbruch getan, weshalb ich es dabei belassen habe. Ansonsten ist die Beschreibung in allen Schritten leicht verständlich und auch für Anfänger mit ein paar Vorkenntnissen geeignet.

 

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis ziemlich glücklich. Die Passform ist gut und ich fühle mich wohl mit der Länge und dem Latz. Wie ist das bei euch, mögt ihr Latz?

Was ich auch das erste Mal bei einem Schnittmuster hatte, war die Layer-Funktion, das heißt, man konnte sich im pdf einfach seine Größe heraus suchen oder verschiedene Größen so kombinieren, wie man sie braucht, und dann einfach nur diese Seiten ausdrucken, was enorm viel Papier gespart hat und man  nicht durcheinander geraten konnte, weil es einfach nur die eine richtige Größe gab! Ein dicker Pluspunkt!

Das war mein erstes Mal als Schnittmuster-Tester und ich muss sagen, es hat mir großen Spaß gemacht. Gerne wieder 🙂

Schnittmuster: Pippi Pinafore von Jennifer Lauren Handmade, für Anfänger mit Vorkenntnissen, genäht in Größe 10 (Neuseeländer Größe)
Stoff: dunkelroter Leinen von Stoff und Stil, Futter Baumwolle von Stoffkontor (alles                     selbst gekauft und nicht gesponsert!)
Material: Latzhosenverschlüsse von Prym, Garn Gütermann, Knöpfe Stoff und Stil, Vlieseline
Fazit: Schnell genähter Rock mit kleinem Wow-Faktor für Latzliebhaber

Gezeigt beim RUMS

Macht’s gut ihr Lieben und bis zum nächsten Mal,
viel Spaß beim nähen 🙂

XX Milan

 

G´days Ladies and Gents,

I am in Jennifer Laurens´pattern tester pool since a few years but never actually made it to be chosen – until Pippi came along. When Jennifer announced the soon-to-be-coming pattern of a pinafore skirt I knew I´d be making it, for I am a big lover of bibs (no matter if on a skirt or pants!) 🙂

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The time frame for testers was fitting into my sewing plans and so I cut into a beautiful dark red linen and combined it with a sweet red quilting cotton with tiny white dots and anchors as the lining. The only pattern pieces to be lined were the bib and the waistband.

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Pippi is not as playful as it is often the case with pinafores. The skirt has two small tucks and big pockets in the front, which I accentuated with white piping. The bib is designed for different bust-sizes, so all us Ladies can choose which one would fit us best – a feature I absolutely love, since I really despise alterations. I’m wearing an A-cup on good days, so I chose the smallest dart option and it fits me well. I also lengthened the bib for 4cm to fit my long torso. As I only realized seeing the pics, the bib is a bit too short still. A nice reason to sew another one (maybe in a wool for colder days) and add a few more centimeters to the bib length.

All cut in my size I took Pippi to the Nähcamp in March where she came together in a few hours and was photographed right away (thanks again). 🙂

The only small setback was during the assembling of the button placket, where I stumbled on the description. (that is corrected and with pics now, so no more confusion in that part, yay!). It didn’t really help that I forgot to mark the left and right side of my fabric and fused my interlining onto the wrong side…. it didn’t disturb the fit, so I left it as it was in the end. The rest of the description was easy to follow and the pinafore isn’t too difficult for beginners with a few garments under their belts.

I am pretty pleased with the end result. The fit is spot on and I am content with the length of the skirt and the bib. How about you guys, are you into bibs?

This was my first time as a pattern tester and it was tremendous fun! I´d love to do it again 🙂

Another big advantage of the pattern is that it comes with the layer-function, meaning, you only have to print the pages that contain the pattern in your chosen size! You can even combine different sizes for different parts (like a size 6 in the bust combined with a size 10 in the hips) No more squinting over multi-layered pattern lines on endless pages of paper. Love that!

Pattern: Pippi pinafore by Jennifer Lauren Handmade, sewn in a size 10
materials: dark red linen, red and white quilting cotton as lining, bib-holder (?) kit by Prym, polyester thread by Gütermann, white cotton piping, Vlieseline (nothing of that was sponsored, all self-bought)
Summary: easy to make feminine skirt with a fun twist (for bib-lovers)

 

Der Trenchcoat: eine Premiere/ The trench – a first

Moin ihr Lieben,
G´day Ladies and Gents, please scroll down for the english version

ich geb´s ja nur ungern zu, aber manchmal finde ich die genähten Sachen von anderen Bloggerinnen so toll, dass ich nicht anders kann, als zur Copycat zu werden…

So ging es mir auch, als ich diesen wahnsinnig schönen Trenchcoat sah.
Dieser Mantel ist schon ein ziemliches Meisterstück. Ob ich es schaffen würde, ein ähnlich schönes Teil hinzubekommen?

Ha, Herausforderung angenommen! Geduld, die ja nie zu meinen Stärken zählte, war hier unabdingbar und in vielen kleinen Schritten, mit ganz viel Achtsamkeit und Langsamkeit ist er schließlich fertig geworden und ich bin sogar damit zufrieden. Aber ich greife vor.

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Den Stoff, eine Wolle-Polyestermischung von Alfatex habe ich bestellt und das Flutschfutter ist ein Polyestersatin aus meiner Stoffsammlung. Ein ganz altes Schätzchen aus der Restetruhe in Bielefeld von vor 20 Jahren oder so um den Dreh. Ich fand zu dem klassischen Mantel gehört auch ein klassisches Futter. Außerdem liebe ich es, wenn ein Futter eine kleine Farbexplosion unter einem dezenten Äußeren ist :-).

 

Die richtige Größe habe ich anhand der Maße für den fertigen Mantel ermittelt, allerdings hatte ich vergessen, dass bei Burda fast immer von einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,70 m (ca.) ausgegangen wird, weshalb die Taille für mich immer zu hoch sitzt (Gesantlänge meinerseits: 1,80 m). Nun, der Mantel hat ja in dem Sinne keine Taille (und die Gürtelschlaufen kann man easy nach unten versetzen), also schnitt ich munter eine Größe 38 aus und fing an zu nähen.

Die Taschen auf der Vorderseite werden mit Klappen versehen und sitzen ansonsten versteckt im Abnäher. Das fand ich zunächst ziemlich knifflig, aber auf Burda.de fand ich Fotos von einer Bloggerin, die genau diesen Schritt geknipst hatte, das hat enorm geholfen. Ich bin doch ein recht visueller Mensch und die Beschreibung bei Burda ist ja meist  unbebildert. Nachdem diese Hürde genommen war, ging der Rest recht glatt vonstatten.

Eine kleine Panne hatte ich noch beim Knopflöcher nähen, aber nachdem ich auf manuelles nähen, also ohne die Knopflochautomatik umgestiegen war, klappte das auch ganz gut. Insgesamt habe ich bestimmt über zwei Wochen hinweg immer mal wieder an dem Mantel genäht. Er ist wirklich etwas Besonderes geworden.

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Die passenden Lederknöpfe in ausreichender Stückzahl zu finden hat sich hingegen als deutlich schwieriger erwiesen. Online fand ich nur kleine Stückzahlen, der Mantel verlangt aber nach 16 (!) Knöpfen. Und wieder hatte ich in Bielefeld Glück, als ich die geschätze Verwandtschaft besuchte und mich bei Eilers umsah. Dieses fantastische Fachgeschäft hat mir noch jedes Mal aus der Patsche geholfen. Kennt jemand vielleicht etwas ähnlich Gutes hier in Berlin? Egal, dort fand ich meine Knöpfe und sie sind das teuerste am ganzen Mantel!

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Nachdem ich sie in einer abendlichen Sitzung angenäht hatte, und den Mantel zum ersten Mal so richtig anziehen konnte, kam die kleine Ernüchterung: die Taschenklappen sitzen jetzt leider so hoch, dass, wenn ich den Mantel geschlossen habe, der Gürtel über die Taschen verläuft. Hände in die Tasche stecken und Mantel geschlossen tragen geht also leider nicht gleichzeitig. Ich hätte vor dem Ausschneiden die Taille nach unten versezten müssen, um eine Kollision mit den Taschenklappen zu vermeiden. 😦  Aber nun gut, ich freue mich so über das fertige Teil (er hat sogar Schulterpolster!), dass ich großzügig darüber hinweg sehen kann.

Dummerweise war es Ende Oktober, als er ferig wurde, bereits so kalt, dass ich ihn nicht mehr draußen tragen (und Fotos machen) konnte. Deshalb hing er noch hier auf der Minna und wartete auf moderate Temperaturen  (bisher ja entweder zu kalt oder zack – gleich zu warm). Jetzt endlich gibt es ab und an ein paar Tage, an denen ich ihn tragen kann 🙂 Also irgendwie Mission geglückt. Ein zweites Mal werde ich ihn sicher nicht nähen, bin aber froh, dem Motto „…. näh´es trotzdem“ treu geblieben zu sein.

Verlinkt beim MMM

Schnitt: Burda 9/2010 Modell 113B
Material: Woll-Poly-Mix von Alfatex, Polyestersatin aus der Restetruhe, Lederknöpfe von
Eilers
Arbeitsstunden: Viele
Fazit: Geduld und Schokolade haben geholfen, jetzt bin ich happy mit dem Ergebnis

Bis zum nächsten Mal und bleibt neugierig 🙂

XX Milan

 

G´day lovers of the hot needle,

well, I hate to admit it, but sometimes when I see a gorgeous make of some gifted blogger, I can´t help it but become a copy-cat.

As happend when I saw this beautiful trenchcoat. This coat is a real masterpiece. Would I be capable of producing something in that elevated category?

Ha, challenge accepted! Patience, unfortunately not one of my strongest virtues, was a must and in a gazillion tiny steps and with a lot of awareness and care the coat finally came into existence and I happen to love it! But I degress….


The fabric I ordered online comes from Alfatex and is a wool-poly-blend. It happened to be on sale, so I didn´t spend a fortune (in fact it was dead-cheap). For the lining I used a polyester-satin from my stash. A lovely vintage piece of slipperiness I accquired some 20 years ago or so in my hometown Bielefeld. In my opinion, a classical cut like the trench could only be paired with a classical lining. Plus I love it when a lining is a flash of color popping out from under a demure colored outershell.

I estimated the right size from the measurements for the finished garment, but made the mistake not to take Burda´s standard measurements (for a 1,70m woman) into account (I´m a 1,80m gal). Well, formally, the coat doesn´t have a waist, so I cut out a size 38 and started sewing. The pockets have flaps and are located smack bang in the middle of a dart. I found that particularly tricky since Burda doesn´t work with pics in their descriptions, but on Burda.de I found a post from a blogger who did the pattern and luckily she posted some photos of exactly that stage. I am a rather visual lerner, so those pics really helped me along (hoorray for creative Ladies!).

After I mastered the pockets the rest was almost a breeze. One little crisis showed up during the making of the button- holes, but once I changed to manual stitching on my machine instead of automatic, those buttonholes were no longer a challenge. All in all it took me about two weeks to finish this coat, taking little snippets of time each evening to stitch the odd seam and watching it develop. It really is a special trenchcoat.

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To find the right amount of leather buttons I had in mind proved to be a lot more challenging. Online sources only offered small numbers of buttons, the trench calls for 16 (!) of them. And again I struck gold in Bielefeld during a visit to my family. My steps led me directly to Eilers, a magical kingdom of sewing-goodness. They have everything! Does anybody know of a silimar shop here in Berlin? Do tell if you do! I found my 16 leather buttons there and they are the most expensive feature of my coat!

After an evening of hand-sewing my buttons in place I took the opportunity and tried it on for the first time and there it was, the little let-down: if I close the coat, the belt goes over the top of the pocket flaps; the pockets sit too high. I can´t wear the coat closed and have my hands in the pockets at the same time! I should have lengthened the upper part of the coat in order to avoid the collision of belt and pocket flap 😦


Oh well, otherwise I am so happy with the trench that I can overlook that minor setback.

When I finished the coat by the end of October it was unfortunately already freezing cold, so I couldn´t wear it (and take pictures of it) then. So he still bides his time hanging on my dressform (Minna´s the name) and waits for moderate weather (now it´s either too cold or too hot for it). I´m so looking forward to wearing my own private masterpiece (despite the pocket-gate). So mission accomplished somehow :-). I wouldn´t sew this pattern a second time, though I´m kinda proud of having kept with „…sew it anyway“.

Linked in with MMM

Pattern: Burda Style 9/2010 Model 113B
Material: wool-poly-blend from Alfatex, polyestersatin lining from Restetruhe and 
                  leather buttons bought at Eilers
Number of hours: many
End result: patience and chocolate helped, now I´m happy with my new trenchcoat!

Happy sewing peeps and stay curious!

XX Milan