Der Trenchcoat: eine Premiere/ The trench – a first

Moin ihr Lieben,
G´day Ladies and Gents, please scroll down for the english version

ich geb´s ja nur ungern zu, aber manchmal finde ich die genähten Sachen von anderen Bloggerinnen so toll, dass ich nicht anders kann, als zur Copycat zu werden…

So ging es mir auch, als ich diesen wahnsinnig schönen Trenchcoat sah.
Dieser Mantel ist schon ein ziemliches Meisterstück. Ob ich es schaffen würde, ein ähnlich schönes Teil hinzubekommen?

Ha, Herausforderung angenommen! Geduld, die ja nie zu meinen Stärken zählte, war hier unabdingbar und in vielen kleinen Schritten, mit ganz viel Achtsamkeit und Langsamkeit ist er schließlich fertig geworden und ich bin sogar damit zufrieden. Aber ich greife vor.

20171026_161405
Den Stoff, eine Wolle-Polyestermischung von Alfatex habe ich bestellt und das Flutschfutter ist ein Polyestersatin aus meiner Stoffsammlung. Ein ganz altes Schätzchen aus der Restetruhe in Bielefeld von vor 20 Jahren oder so um den Dreh. Ich fand zu dem klassischen Mantel gehört auch ein klassisches Futter. Außerdem liebe ich es, wenn ein Futter eine kleine Farbexplosion unter einem dezenten Äußeren ist :-).

 

Die richtige Größe habe ich anhand der Maße für den fertigen Mantel ermittelt, allerdings hatte ich vergessen, dass bei Burda fast immer von einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,70 m (ca.) ausgegangen wird, weshalb die Taille für mich immer zu hoch sitzt (Gesantlänge meinerseits: 1,80 m). Nun, der Mantel hat ja in dem Sinne keine Taille (und die Gürtelschlaufen kann man easy nach unten versetzen), also schnitt ich munter eine Größe 38 aus und fing an zu nähen.

Die Taschen auf der Vorderseite werden mit Klappen versehen und sitzen ansonsten versteckt im Abnäher. Das fand ich zunächst ziemlich knifflig, aber auf Burda.de fand ich Fotos von einer Bloggerin, die genau diesen Schritt geknipst hatte, das hat enorm geholfen. Ich bin doch ein recht visueller Mensch und die Beschreibung bei Burda ist ja meist  unbebildert. Nachdem diese Hürde genommen war, ging der Rest recht glatt vonstatten.

Eine kleine Panne hatte ich noch beim Knopflöcher nähen, aber nachdem ich auf manuelles nähen, also ohne die Knopflochautomatik umgestiegen war, klappte das auch ganz gut. Insgesamt habe ich bestimmt über zwei Wochen hinweg immer mal wieder an dem Mantel genäht. Er ist wirklich etwas Besonderes geworden.

20180310_114622

Die passenden Lederknöpfe in ausreichender Stückzahl zu finden hat sich hingegen als deutlich schwieriger erwiesen. Online fand ich nur kleine Stückzahlen, der Mantel verlangt aber nach 16 (!) Knöpfen. Und wieder hatte ich in Bielefeld Glück, als ich die geschätze Verwandtschaft besuchte und mich bei Eilers umsah. Dieses fantastische Fachgeschäft hat mir noch jedes Mal aus der Patsche geholfen. Kennt jemand vielleicht etwas ähnlich Gutes hier in Berlin? Egal, dort fand ich meine Knöpfe und sie sind das teuerste am ganzen Mantel!

20180310_114709

Nachdem ich sie in einer abendlichen Sitzung angenäht hatte, und den Mantel zum ersten Mal so richtig anziehen konnte, kam die kleine Ernüchterung: die Taschenklappen sitzen jetzt leider so hoch, dass, wenn ich den Mantel geschlossen habe, der Gürtel über die Taschen verläuft. Hände in die Tasche stecken und Mantel geschlossen tragen geht also leider nicht gleichzeitig. Ich hätte vor dem Ausschneiden die Taille nach unten versezten müssen, um eine Kollision mit den Taschenklappen zu vermeiden. 😦  Aber nun gut, ich freue mich so über das fertige Teil (er hat sogar Schulterpolster!), dass ich großzügig darüber hinweg sehen kann.

Dummerweise war es Ende Oktober, als er ferig wurde, bereits so kalt, dass ich ihn nicht mehr draußen tragen (und Fotos machen) konnte. Deshalb hing er noch hier auf der Minna und wartete auf moderate Temperaturen  (bisher ja entweder zu kalt oder zack – gleich zu warm). Jetzt endlich gibt es ab und an ein paar Tage, an denen ich ihn tragen kann 🙂 Also irgendwie Mission geglückt. Ein zweites Mal werde ich ihn sicher nicht nähen, bin aber froh, dem Motto „…. näh´es trotzdem“ treu geblieben zu sein.

Verlinkt beim MMM

Schnitt: Burda 9/2010 Modell 113B
Material: Woll-Poly-Mix von Alfatex, Polyestersatin aus der Restetruhe, Lederknöpfe von
Eilers
Arbeitsstunden: Viele
Fazit: Geduld und Schokolade haben geholfen, jetzt bin ich happy mit dem Ergebnis

Bis zum nächsten Mal und bleibt neugierig 🙂

XX Milan

 

G´day lovers of the hot needle,

well, I hate to admit it, but sometimes when I see a gorgeous make of some gifted blogger, I can´t help it but become a copy-cat.

As happend when I saw this beautiful trenchcoat. This coat is a real masterpiece. Would I be capable of producing something in that elevated category?

Ha, challenge accepted! Patience, unfortunately not one of my strongest virtues, was a must and in a gazillion tiny steps and with a lot of awareness and care the coat finally came into existence and I happen to love it! But I degress….


The fabric I ordered online comes from Alfatex and is a wool-poly-blend. It happened to be on sale, so I didn´t spend a fortune (in fact it was dead-cheap). For the lining I used a polyester-satin from my stash. A lovely vintage piece of slipperiness I accquired some 20 years ago or so in my hometown Bielefeld. In my opinion, a classical cut like the trench could only be paired with a classical lining. Plus I love it when a lining is a flash of color popping out from under a demure colored outershell.

I estimated the right size from the measurements for the finished garment, but made the mistake not to take Burda´s standard measurements (for a 1,70m woman) into account (I´m a 1,80m gal). Well, formally, the coat doesn´t have a waist, so I cut out a size 38 and started sewing. The pockets have flaps and are located smack bang in the middle of a dart. I found that particularly tricky since Burda doesn´t work with pics in their descriptions, but on Burda.de I found a post from a blogger who did the pattern and luckily she posted some photos of exactly that stage. I am a rather visual lerner, so those pics really helped me along (hoorray for creative Ladies!).

After I mastered the pockets the rest was almost a breeze. One little crisis showed up during the making of the button- holes, but once I changed to manual stitching on my machine instead of automatic, those buttonholes were no longer a challenge. All in all it took me about two weeks to finish this coat, taking little snippets of time each evening to stitch the odd seam and watching it develop. It really is a special trenchcoat.

20180310_114622

To find the right amount of leather buttons I had in mind proved to be a lot more challenging. Online sources only offered small numbers of buttons, the trench calls for 16 (!) of them. And again I struck gold in Bielefeld during a visit to my family. My steps led me directly to Eilers, a magical kingdom of sewing-goodness. They have everything! Does anybody know of a silimar shop here in Berlin? Do tell if you do! I found my 16 leather buttons there and they are the most expensive feature of my coat!

After an evening of hand-sewing my buttons in place I took the opportunity and tried it on for the first time and there it was, the little let-down: if I close the coat, the belt goes over the top of the pocket flaps; the pockets sit too high. I can´t wear the coat closed and have my hands in the pockets at the same time! I should have lengthened the upper part of the coat in order to avoid the collision of belt and pocket flap 😦


Oh well, otherwise I am so happy with the trench that I can overlook that minor setback.

When I finished the coat by the end of October it was unfortunately already freezing cold, so I couldn´t wear it (and take pictures of it) then. So he still bides his time hanging on my dressform (Minna´s the name) and waits for moderate weather (now it´s either too cold or too hot for it). I´m so looking forward to wearing my own private masterpiece (despite the pocket-gate). So mission accomplished somehow :-). I wouldn´t sew this pattern a second time, though I´m kinda proud of having kept with „…sew it anyway“.

Linked in with MMM

Pattern: Burda Style 9/2010 Model 113B
Material: wool-poly-blend from Alfatex, polyestersatin lining from Restetruhe and 
                  leather buttons bought at Eilers
Number of hours: many
End result: patience and chocolate helped, now I´m happy with my new trenchcoat!

Happy sewing peeps and stay curious!

XX Milan

 

 

 

18 Gedanken zu “Der Trenchcoat: eine Premiere/ The trench – a first

  1. Wahnsinn! Der ist wunderschön geworden und jetzt hast du endlich die Gelegenheit ihn ausgiebig zu tragen. Ich wünsche Euch beiden viele Jahre miteinander. LG Carola

    Liken

  2. Ich finde ja, du solltest diesen tollen Mantel auch bei zu warmem Wetter immer als Accessoires lässig über dem Arm dabei haben! Dann kann man das Futter blitzen sehen und das Taschenmalheur (das passiert einem auch nur einmal im Schneiderinnenleben, oder?!) fällt gar nicht auf. Er sieht wirklich super an dir aus, dein Trenchcoat.
    LG, Bele

    Liken

  3. Danke. Ja, bei dem Wetter zur Zeit ist es tatsächlich öfter so, dass ich ihn morgens anziehe und nachmittags über dem Arm nach Hause trage 😉
    (beim nächsten größeren Projekt passe ich besser auf, das schwöre ich!).
    LG Milan

    Liken

  4. Der Trench sieht echt super aus! Ich habe den gleichen genäht und weiß also, wie viel Arbeit dahinter steckt. Im Moment ist doch perfektes Wetter, um ihn ausgiebig zu tragen.
    LG, Sandra

    Gefällt 1 Person

  5. Einen so schicken Trenchcoat muss ich auch unbedingt mal nähen, nachdem ich meinen letzten aussortieren musste, weil der doch etwas eng sass.

    Und das die Knöpfe das teuerste an einem ganzen Outfit sind kenne ich leider nur zu gut, leider sind die hübschen Knöpfe auch meist die teuereren.
    lg Sabine

    Liken

  6. Hallo Sabine, ja, leider sind die Knöpfe teuer, aber das ist irgendwie nur ein Grund mehr, den Mantel wertzuschätzen und ewig lange zu tragen 🙂

    Liken

  7. Auch ich muss mich zügeln, damit ich nicht zum Copycat werde. ;))
    Einen tollen Trench hast du dir genäht. Die klassische Farbe gefällt mir gut und dass du das Innenleben mit dem Futter aufgepeppt hast. Ganz entzückt bin ich über die kleinen Details. Den Halsriegel finde ich sowas von toll. Schmacht – mir fehlen die Worte.
    LG Martina

    Liken

  8. Der Wahnsinn! Ich bin schockverliebt. Was für ein schöner Trench! Da haben sich die vielen Stunden gelohnt, die Du investiert hast. Schön, dass Du über die Taillen-Taschengeschichte drüberweg sehen kannst, das wäre ja sonst zu schade. Wunderwunderwunderschön! LG und viel Freude an dem Traumstück, Frieda

    Liken

  9. So schön, Dein Trenchcoat! Die Farbe ist toll, er steht Dir sehr gut und die Knöpfe ergänzen das Ganze hervorragend. Schade, dass Du die Hände nicht in die Taschen stecken kannst, aber sonst merkt das niemand.
    Liebe Grüße, SaSa

    Liken

  10. Hervorragend! Solch ein Trench ist jede Minute Arbeit wert, die man beim Nähen investiert hat, finde ich. Ich habe selbst zwei Trenchjacken genäht und mag sie nicht missen.
    LG
    Siebensachen

    Liken

  11. Toll geworden, Chapeau! Ich glaube, solche Überraschungen wie mit deinen Taschen haben wir alle schon erlebt, da muss man den Perfektionismus dann ganz tapfer mal wegpacken.
    LG Malou

    Liken

  12. Ein feines Stück ist das geworden und ich kann die Mühe und die vielen Arbeitsstunden nachvollziehen, denn ich habe den gleichen Mantel genäht. Es ist ein wunderschöner Klassiker, der Dich lange begleiten wird. Und bei der Knopfsuche habe ich mich auch gleich daran erinnert, dass das bei mir richtig lange gedauert hat und ich habe viel bezahlt, da ich verschiedenen Designs bestellt und dann doch ganz schlichte genommen habe. Toll, dass Du es bei der Futterwahl so richtig hast krachen lassen. Ganz viel Spaß mit dem schicken Trench wünscht Ina

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s