You can do it! 40ies Denim-Overall

Moin ihr Lieben!

G´day Ladies and Gents. Please scroll down for the english version.

Angestoßen durch die #denimfashionweek17 auf Instagram (ist janun schon ein Weilchen her) und die Entdeckung der Website wearinghistory.com ist dieser tolle Overall entstanden.

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Da ich Jeans in allen Formen und Farben liebe kam mir das Projekt von den Ladies  Sonia (@bysoneken), Alexandra (@handgeklotzt) und Miriam (@mecki_macht) gerade recht, um dieser Leidenschaft zu frönen. Den Stoff fand ich bei Hüco-Stoffe hier in Berlin, einer riesigen Fabriketage voll mit allem, was das Schneiderherz höher schlagen lässt. Passend dazu weißes Paspelpand, Knöpfe und Einlage.

Den Schnitt hatte ich auf wearing history entdeckt und mich schockverliebt. Jumpsuits und Overalls finde ich klasse, umso mehr, wenn sie  aus den 40er Jahren stammen, also habe ich kurzerhand das pdf gekauft, runtergeladen und am Wochenende zusammen gepuzzelt.

Da auf der Website empfohlen wird, nach den Maßen für die Hüfte zu gehen, kaufte ich das pdf-Paket B, obwohl meine Maße für Brustumfang und Taille eher in Paket A gehören, aber kleiner machen ist einfacher als vergrößern, weshalb ich bei B blieb.

Da es sich bei dem Overall um ein wieder aufgelegtes und von der Designerin verbessertes Schnittmuster aus den 40ern handelt und die Maße mir nicht ganz geheuer waren, machte ich ein Probeteil aus einem Ikea-Dekostoff, den ich noch am Lager hatte. Sowohl das Oberteil als auch die Shorts waren diverse Zentimeter zu groß (auch an der Hüfte)…. außerdem musste ich meine üblichen Änderungen vornehmen: Brustabnäher verkleinern, Oberteil insgesamt verlängern und die Kurve von Taille zu Hüfte anpassen. Also ein zweites Probeteil zugeschnitten und anprobiert… schon viel besser. Die letzten kleinen Anpassungen habe ich dann beim Zuschnitt des Jeansstoffes gemacht und mich dann an die Maschinen gesetzt. Für Jeans baue ich immer den Maschinenpark auf (meine Pfaff für alle Nähte, die zusammenfügen, die alte Singer zum absteppen und Ziernähte und die Singer-Overlock für alle Versäuberungen).

Das Oberteil, die Taschen und die Träger habe ich mit einem Hemdenstoff aus Baumwolle gefüttert. Das Oberteil wird laut Schnitt nur mit Blenden genäht, aber es gefiel mir komplett gefüttert besser. Außerdem mag ich so kleine versteckte Details 🙂

Beim nähen habe ich die Beschreibung, die auch aus den 40er Jahren stammt, kaum zu Rate gezogen. Vielmehr habe ich mich an dem Jeans e-book von Closet Case Files orientiert, als es um das Anpassen der Schrittnähte und die Platzierung der rückwärtigen Taschen ging (Die Taschen waren im Schnitt eigentlich nicht vorgesehen, aber ich finde sie unverzichtbar). Der Schritt ist im Original um einiges tiefer sitzend als mir gefiel, weshalb ich ihn höher legte. Im Schnitt ist als Verschluss ein Extra-Teil als Knopfblende vorgesehen, aber das war mir zu kompliziert und mit Reißverschluss gefiel es mir besser. Das mag nicht ganz original sein, ist mir aber egal.

Zu guter Letzt musste ich befürchten, es beim Anpassen etwas zu genau genommen zu haben, denn Oberteil und Unterteil passten nur mit einigem Tricksen zusammen (und zu gut essen ist jetzt mal nicht mehr drin), aber mit dem Endprodukt bin ich total glücklich.

Der Overall muss sich jedenfalls in meiner Vintage-Garderobe nicht verstecken und wird sicher oft getragen.

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Vom restlichen Jeansstoff kann ich sogar noch einen Rock oder eine Weste nähen… ich kaufe meist zu viel.

Und was ist bei euch grade auf dem Nähtisch?

Euch noch schöne Sommertage und falls ihr Fragen habt, immer her damit 🙂

Viel Spaß beim Nähen und bis zum nächsten mal.

XX Milan

Verlinkt zum RUMS 

und zum MeMadeMittwoch

 

G´day my fellow sewing-lovers,

inspired by the #denimfashionweek17 on Instagram and the discovery of the website wearing history.com I created this lovely WWII Overall this previous week.

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Since I love all things denim the project by the talented Ladies Sonia (@bysoneken), Alexandra (@handgeklotzt) and Miriam (@mecki_macht) presented a nice opportunity to  dive head first into some denim. I found the fabric at a local store here in Berlin, Hüco-Stoffe, where the eager sewist finds everything their hearts might desire. Picked up some white piping and some buttons too, while I was there 😉

The pattern is a World War II classic – the Working-girl Overall, which jumped out on me from the pages of wearing history, a website with original or bettered patterns from past eras. Since I love jumpsuits and the 40ies and 50ies fashion, it was the perfect combination and I purchased the pattern and pieced the pdf together in one evening.

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It is recommended on the website to go with the hip-measurement when it comes to sizing, due to the pattern running small in the hips and with little ease, so I went for a size 20, even though my measurements for the waist and bust would have been a 18 e.g. 16.

As I was pretty unsure about the sizing, I made a muslin form an old canvas fabric from Ikea, that I had in my stash, and it turned out way too big (not only, but also in the hip area), so I downgraded the whole pattern by a size and made my usual adjustments (a SBA, lengthening the top and truing the line between hip and waist). The second muslin fit a lot better, so I cut my denim and made the final small adjustments during that stage.
After that it was time to set up my machine-park 🙂 
I used my Pfaff for the seams that hold pieces together, my old Singer for the top-stiching and my Singer-Overlock to finish my seams.

The top, straps and pockets were lined with some cotton shirting that I found in my stash. The pattern asks for facings only, but I like the top to be lined and I like those hidden details in a garment. It´s like a secret only the creator of that garment knows about.

During the process of sewing my overall I hardly used the description that came with the pattern. It is kept like they were back in the 40ies and I didn´t really need them. For reference I checked with the denim e-book by Closet Case Files when I needed advice for the pocket placement (which weren’t´t included in the pattern) and for the modification of the crotch. I know, it is meant to be that far down, almost between your knees, but I lifted it a bit. The pattern calls for a placket to use with buttons as a closure on the side, but I preferred to put in a zipper. Much easier and more comfortable to close. Might not be as original, but I don´t mind.

In the end I almost had to fear it wouldn’t fit, as I estimated my waist without much ease in the muslin stage, and having a huge dinner is out of the question now, but ultimately, I am totally happy with the outcome. 

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Love that cute detail on the pockets and the overall fit of the jumpsuit.
You can do it! Plus a nice biceps…. could pose for that picture now 🙂

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Not much of a biceps though…ahem

I hope you like what you see and feel free to shoot me questions if you have some.

Enjoy your sewing, peeps!

Cheers until next time,

XX Milan

Linked with WeSewRetro.com and kollabora.com

 

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Libellen-Latzhose :-)

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies and Gents, please scroll down for the english version.

seitdem Einteiler eine Art Wiederbelebung erfahren haben, bin ich immer wieder begeistert, was für tolle Schnitte es im Netz und auch im Straßenbild zu finden gibt.

Jumpsuits finde ich grandios, meist schnell genäht, gemustert oder uni, morgens reingeschlüpft und man ist den ganzen Tag schick angezogen. Eine etwas andere aber dennoch ähnliche Spielart ist die Latzhose. Mein ganz persönlicher Favorit. So ähnlich wie vor Jeans hatte ich bisher immer großen Respekt vor ihnen, da es dort noch mehr als bei „nur“ Hosen besonders auf die gute Passform ankommt (und man da gefühlt 1 Mio. Fehler machen kann).

Nichts desto trotz wollte ich mir eine nähen.

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Es gibt ein paar schöne Beispiele von tollen Frauen, aber so richtig populär scheinen Latzhosen nicht zu sein. Egal, ich hatte einen schönen Schnitt gesehen und ihn kurzerhand letzten Freitag gekauft: Turia von Pauline Alice. Das ist mein erster Schnitt von dieser Marke und Gott sei Dank ist mir nicht entgangen, dass Pauline auf ihrer Webseite schreibt, dass sie für Frauen mit einer Körperlänge von 1,65m designt, sodass ich mich darauf einrichten konnte, mal locker 15cm an Länge zugeben zu müssen (Ich bin ein großes Mädchen mit 1,80m).

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Da ich in zwei Läden (!) in Berlin keinen für meine Laune passenden Jeansstoff finden konnte, beschloss ich, in mein Lager zu tauchen und dort bin ich tatsächlich fündig geworden: zwei Meter von diesem großartigen Leinen, den ich vor zwei Jahren aus Japan mitgebracht hatte. Dunkelblau mit cremefarbenen und roten Libellen. Hach, ich bin immer noch verliebt in den Stoff :-). Leider liegt er nur 1,10m breit, wie das in Japan so üblich ist, also konnte keine Turia mit langem Bein daraus werden. So entschloss ich mich kurzerhand, eine Latz-Shorts daraus zu machen.

Am Freitag Abend puzzelte ich den pdf-Schnitt zusammen, am Samstag wurde zugeschnitten und angefangen. Da sie wie eine Jeans genäht wird, also mit jeder Menge Stepp- und Kappnähten, habe ich alle Maschinen aufgebaut und sie sind auch alle zum Einsatz gekommen (also eine Overlock und zwei Nähmaschinen, eine normal bestückt und eine mit Jeans-Steppgarn für die Ziernähte). Laut der Beschreibung von Pauline sollte man sich nach den Körpermaßen richten und nicht nach den Maßen des fertigen Kleidungsstücks. Das habe ich beherzigt und mein Hüftmaß als Maßstab genommen. Das entspricht bei ihr einer Größe 42. Da musste ich mal kurz schlucken, trage ich doch sonst eine 38, habe dann aber beherzt in den Stoff geschnitten. Die Markierungen für die Taschen und Gürtelschnallen ließ ich bei denen für die Größen 34-38, da ich die Ahnung hatte, an den Seitennähten zur Taille hin noch etwas abnehmen zu müssen. Wie es sich bei der ersten Anprobe herausstellte war das genau richtig. Ich konnte satte drei Zentimeter pro Seite reinnehmen, von der Hüfte bis zur Taille zulaufend. Glück war auch, dass ich die Rundung an der inneren Naht nicht nach oben zur Größe 38 verlegt hatte (wie kurz mal angedacht), sonst wäre der Schritt zu hoch geworden und wir wissen ja alle, wie sich das anfühlt beim tragen 😉

Obwohl in der Beschreibung etwas von 20cm langen Reißverschlüssen steht, waren die Markierungen definitiv höher angesetzt und 15cm lange Reißer hätten auch gereicht. Ich habe zwar die 20cm langen eingesetzt, die Öffnung aber bei 15cm belassen. Es reicht so vollkommen, um rein und raus zu kommen.

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Genäht habe ich das meiste dann am Sonntag Abend, mit kleinen Unterbrechungen bis halb eins in der Nacht. Aber dann war sie komplett fertig und das beste: sie passt super und ich kriegte das Grinsen kaum aus dem Gesicht, als ich dann ins Bett fiel.

Da es ja mittlerweile zu kühl ist, draußen nackte Beine zu haben, musste am Montag eine blickdichte Strumpfhose herhalten, damit ich meine Turia ausführen und fotografieren lassen konnte. Das Grinsen war immer noch da 🙂

Fazit: Schöner Schnitt für fortgeschrittene Näherinnen
Material: ca. 1,60m bei 1,10m Breite; am besten fester Stoff, Köper, Jeans, Leinen der festen Art, Kord, 2 Schnallen (4cm), 2 Jeansknöpfe zum einhämmern, 2 Reißverschlüsse à 15cm, Garn und Ziergarn zum Absteppen, Verzierung nach Geschmack (rote Paspel bei mir)
Tragegefühl: 🙂 macht einfach gute Laune

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Im Mauerpark am Montag

Wie seht ihr das, sollte Frau ab einem gewissen Alter einfach keine „kindischen/kindlichen“ Sachen mehr nähen/tragen? Ich bin da manchmal sehr mit mir im Zwiespalt, ob ein Teil noch „altersgerecht“ oder „angemessen“ ist. Meistens pfeif´ ich letztendlich drauf, aber gelegentlich fällt mein Blick dann zufällig auf mein Spiegelbild und ich denke, hm, du siehst aus wie´n 44-jähriger Teenager. Also, eher so gewollt als gekonnt. Lasst ihr manchmal Sachen links liegen, weil dieser innere Nörgler euch ins Ohr flüstert, das sei nicht angemessen? Würde mich sehr interessieren, wie ihr darüber denkt.

Aaalso, ich liebe jedenfalls meine süße Turia-Latz-Shorts und werde sie bestimmt oft tragen (und das nicht nur aber auch im Urlaub).

Hier geht´s jetzt ab zu den fabelhaften Frauen vom MeMadeMittwoch und ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim nähen!

Bis zum nächsten Mal,
macht es gut,
Milan

 

G´day Ladies and Gents,

since a few seasons, jumpsuits are back in our lives; I like to see women wear them everywhere, in Blogs, on the streets, in Shops.

They are versatile, most are easy to sew, uni or with nice dessins, you slip into one in the morging and you´re dressed nicely all day. A slightly different kind of jumpsuit are dungarees. My very personal favorite. Similar to sewing a pair of Jeans, I always had big respect for dungarees, because of the fit issues that might occur, even more so than with „only“ pants.

I wanted to sew one nonetheless.

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There are some lovely examples of dungarees online, made by talented women, but not one really popular one (or I missed out on it). Whatever, I detected a pattern and bought it Friday afternoon, to spend a weekend sewing: the dungaree Turia by Pauline Alice. It was my first pattern by her, so I was glad I didn´t miss her statement that her designs are for women who are 1,65m tall at the average. So I knew I had to add at least 15cm to the legs (I´m a tall girl with my 1,80m).

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So, armed with my new pattern, I spent two hours hunting for fabric, but couldn´t score one that really got to me! Even though I roamed two shops in Berlin, still no luck. So I decided to dive headfirst into my stash and – hurray! – found 2meters of this beautiful linnen I bought in Japan two years ago! Dark blue with tiny dragonflies in cream and red, oh, I still adore this fabric! Unfortunately it is custom in Japan to weave fabric only in 1,10m width (perfect for a Kimono), so it was out of the question to make a Turia with long legs. Consequently I decided to make a short one instead.

I printed and pieced the pdf-pattern together on Friday evening, Saturday I cut it out and started sewing. The pattern is sewn quite similar to actual Jeans with lots of flat-fell-seams and topstiching, so I set up all of my three machines for this project, (one serger, two machines; one equipped with topstiching-yarn, one with normal yarn) and I used them all.  According to Pauline, one should choose the size by checking the body measurements, not the measurements of the finished garment. I did, but had to swallow hard: my hip measurement is 102cm, which was a size 42 (14), whereas I normally wear a size 36/38 (8/10). But – better to stay too big; making things smaller is always easier than making them wider ;-). So I cut into my fabric without making a muslin. I kept the positions of the pockets and beltloops at the markings for sizes 34-38 though, as I presumed that I would need to take the side seams in later, to fit my waist measurement. After the first fitting I realized that that was a good move, as I had to take the side seams in by about 3cm on each side. A lucky strike indeed, the size 42, as the crotch would sit at an unfortunate place had I cut out a size 38 ;-).

Although the description called for two zippers 20cm long, the markings were a lot shorter (at 15cm), so in the end I used the 20cm zippers, but didn´t open the seam for the last 5cm. I get in and out of the pants without problems, so I left it that way.

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The Turia came together mostly on Sunday, when I took some breaks in between, but finished them at 0.30 in the morning. But then it was complete and the best: it fits beautifully and I couldn´t stop ginning when I finally went to bed.

Since it is too chilly to wear naked legs outside anymore, I had to adorn myself with some thick leggins to take my Turia out on Monday and have them photographed. The grin remained on my face :-).

Summary: nice pattern for advanced sewers
Materials: 1,60m of fabric, 1,10 wide (choose a sturdy fabric like denim, curdoroy or linnen,
2 buckles (4cm), 2 no-sew-buttons, 2 zippers (15cm), yarn, top-stich-yarn, adornment (red piping in my case)
Feeling when wearing: 🙂 makes me happy

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I have a question for you Ladies, at which age should a woman refrain from wearing „young“ clothes styles? Sometimes I find myself in a situation where I really like to wear/buy something and then comes this little voice in my head telling me to not be ridiculous and stay with something more age-appropriate…sometimes I don´t give a f**k , but then I catch my image in a surface and can´t help but feel a little like a 44-year-old teenager. I´d really appreciate your opinion on that matter.

However, I will get a lot of wear out of my lovely Turia dungarees (not only in my upcoming holidays, for sure).

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So here´s what the creative Ladies of the MeMadeMittwoch came up with: Click

That leaves me to say, happy sewing everyone and see you next time,

Cheers,
Milan

 

Ginger. Oder was lange währt, wird endlich gut.

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies, please scroll down for the English version 🙂

wer meinen mehr oder weniger subtilen Hinweisen Beachtung geschenkt hat, hat vielleicht bemerkt, dass ich mich an einer Jeans versucht habe. Eine Ginger von Closet Case Files. Jeans waren für mich immer so etwas wie der Heilige Gral unter den Nähprojekten, ich hatte richtig gehend Angst davor, mir eine zu nähen.

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Das hat sich erst geändert, als ich mir eine Liste für dieses Jahr aufgestellt habe, mit Sachen, die in meinem Schrank fehlen oder nicht mehr richtig passen. Dazu zählten eben auch Jeans. Und ich war (und bin) entschlossen, alles auf der Liste stehende selbst herzustellen.

Die Ginger ist mittlerweile schon so oft verbloggt worden, dass ich im Netz jede Menge tolle Beispiele und Erfahrungsberichte sehen konnte, was mir den Glauben gab, ich könnte es auch schaffen – ist ja schließlich keine Hexerei…

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Maschinenpark für´s Jeansnähen

Also mutig Stoff bestellt, ihn gewaschen und gebügelt. Dann kam die erste Hürde: die richtige Größe aussuchen. Zuerst hatte ich den Schnitt in Größe 14 ausgeschnitten, mich dann aber doch für eine 12 entschieden, weil mein Stoff 4% Strechanteil hatte. Die 12 deswegen, weil mein Hüftumfang ca. 102cm (genau eine 12)  hat, während es in der Taille ca. 72cm (circa eine 8) sind. Ich wusste also, ich würde es oben enger machen müssen. Die Beine habe ich um 10cm verlängert.

 

Weil ich kein Extra-Probeteil nähen wollte, habe ich gleich mit meinem Jeansstoff losgelegt. Die Anleitung ist ja wirklich ein Traum, leicht zu befolgen, bebildert und gut geschrieben, keine Probleme also dabei.

Die begannen erst, als ich meine Hose soweit zusammengetackert hatte, dass ich sie probehalber anziehen konnte. Katastrophe! Viel zu weit in der Taille, am Hintern, an den Beinen, eigentlich komplett zu groß!. Außerdem hatte ich den berüchtigten Katzenbart vorne im Schritt, der hat mich am meisten gestört.

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seht ihr, was ich meine?

 

Also ausgezogen und abgeschnitten, was das Zeug hielt. Ich habe das Taillenband komplett neu zugeschnitten, dabei fünf Zentimeter weggelassen und außerdem eher rund zugeschnitten. Dank meines Hohlkreuzes stand es sehr weit ab (und tut es leider immernoch ein bißchen). Am Sattel und den Beinen habe ich zweimal gekürzt und verschmälert, sodass es jetzt gut passt.

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Am meisten Nerven hat mich der Katzenbart gekostet. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich aufgetrennt, neu vernäht, anprobiert und wieder aufgetrennt habe. Der Stoff wurde schon recht fransig im Schritt…schlußendlich war ich es irgendwann leid und habe es so gelassen, wie es am ehesten ging…

… was sich als genau richtig entpuppte. Es gibt ja immer ein paar Falten da vorne, nur jetzt ziehen sie nicht mehr so stark nach unten.

Bei den Taschen habe ich mir die Freiheit genommen, sie etwas zu verändern. So gefallen sie mir richtig gut und betonen meine Hintern genau richtig (wie ich finde).

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Als Gimmick habe ich mein Logo an die Seite der Tasche genäht, macht was her 😉

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Der Moment, als alles fertig war, auch die Nieten und die Gürtelschlaufen, und ich sie dann vorm Spiegel an hatte, war schon großartig. Ich hab´s geschafft und mir eine Jeans selbst genäht! Tschakka!

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Der Stoff färbt leider noch etwas, was sich hoffentlich nach einigen Wäschen legt, ansonsten bin ich stolz und hocherfreut über das neue Stück in meinem Schrank.

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Während des Herstellungsprozesses ist bei mir der Respekt vor Leuten, die Jeans  produzieren enorm gewachsen. Es steckt soviel Arbeit dahinter, die man nicht mal annähernd ahnt, wenn man ein Kleidungsstück im Laden sieht. Also Hut ab vor allen Jeansnähern auf der Welt!

Mein Fazit?

Sehr aufwändig, aber es lohnt sich in jedem Fall, dranzubleiben. Ich habe diese Jeans über mehrere Wochen verteilt genäht, immer mal nur ein, zwei Nähte, am Wochenende etwas mehr. So hatte ich weniger Stress dabei und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ob ich sie nochmal nähen würde/werde? Vielleicht. Dann würde ich mir den Schnitt nochmal in einer kleineren Größe ausschneiden und gleich dort Anpassungen vornehmen. Ist aber noch Zukunftsmusik.

Das ist jetzt schon locker der längste Post, den ich je geschrieben habe… also danke für´s lesen bis hierher und ich hoffe, ich habe euch nicht abgeschreckt mit diesem Bericht.
Jeansnähen ist machbar 🙂 Check!

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Also, wie sieht´s aus, habt ihr auch schon mal ne Jeans genäht? Viele? Oder ist das für euch kein Thema, weil ihr lieber Hosen kauft? Oder nur Röcke tragt?

Sagt mir gern, was ihr von Ginger oder Jeans im allgemeinen haltet. Oder falls ihr Fragen habt, schießt los.Hier geht´s jetzt weiter mit dem MeMadeMittwoch. Klick.

Viel Spaß beim nähen und bis bald 🙂

Milan

 

Hi sewing-lovers,

the ones of you, who detected my subtle hints about a new project, may have found out that I´ve tried my skills out on a Ginger by Closet Case Files. Jeans have always been akin the holy grale of sewing to me, I was really scared of attempting to sew one.

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That changed only when I made myself a list of staples that my wardrobe was lacking or that didn´t fit me anymore. A pair of jeans was among them. And I was (and still am) determined to make all of the clothes on the list myself.

Ginger has been blogged about since quite a while, so I found an abundance of pictures and examples of ohter blogger´s successful makes, which lead me to believe I could be creating one myself – it´s not witchcraft after all…

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Machinepark Set-up for sewing jeans

 

Prepped like that, I courageously ordered denim, washed and ironed it. Enter the first problem: which size to choose? At first I cut out a size 14 from the paper pattern, switched to a size 12 later on, because my fabric contained a little strech (about 4%). I chose size 12 because of my hip-measurment (102cm, exactly a 12), whereas my waist measurment tended more to a size 8. So I knew there would be some alterations necessary later. The legs were lengthened by 10cm. I´m a tall gal.

I didn´t want to sew a complete mock-up, so I decided to cut directly into my denim. The instructions are a dream to follow, really easy and with a lot of pictures, so no problems to follow along.

Those occured first when I had my pants sewn together for a first fitting. A catastrophe! Much too wide in the waist, the bum, the legs, too  big almost everywhere! On top of that I had the infamous „cat-hair“ crotch, which really freaked me out. Ghaaaa!

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see what I mean?

 

So, getting out of the pants and cut off fabric! I recut the waistband completely, shortened it by about five centimetres and made it curvy in order to follow my swayback better (it still gapes a little but only a tiny bit). At the legs I removed at least three centimeters on each side and a little bit on the yoke too. Now it fits really well.

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The trickiest thing to fix was the „cat-hair“-crotch. I stopped counting how often I stitched, tried it on, removed the stiches and stitched again. The fabric started to fray seriously… in the end I gave up at some point and decided to go with the least bad result…

…which turned out to be just right. There are always some wrinkles in that area, only now they don´t look so obviously wrong anymore.

The pockets are the only feature that I didn´t follow the pattern on. I saw a very nice example of pockets online and decided to copy that form. Makes my ass look sexy (at least in my view).

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As a little gimmick, I added my logo at the side of the right back pocket. Looks nice 🙂

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That moment when everything was done, even the grommets and beltloops and I saw them in my bedroom mirror, was just amazing! I did it! I made my own jeans! Yes!

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Unfortunately the fabric dye is bleeding out still, even though I washed it pre-sewing, but I hope that will fade with more washings and age. Apart from that, I am proud and delighted about this new piece in my wardrobe.

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My respect for people who make jeans gradually grew the longer it took me to complete the task. There is so much work in the garments that we can see in stores. So I lift my hat to all the garment-making people on this planet!

My conclusion?

It is not an easy thing to do, those jeans, but it is worth spending time and effort into it. I took my time making them, somedays I made only a few seams, more on weekends. Like this, it wasn´t so stressful and I am very pleased with the result. Am I going to make them again? Probably. Then I would print out the pdf again,start with a size smaller and make alterations already on the paper. Not sure about it though.

This is easily the longest post I have ever written so far…so thanks for sticking with it until now. I hope I didn´t scare you away from sewing your own pair of jeans. It´s managable 🙂 I know for sure now.

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What about you, did you make your pair of jeans already? Or many of them? Or don´t you sew your own, cause it´s easier to buy them?

Feel free to tell me what you think about Ginger or denim pants in general. Or if you have questions, fire away.

Here we go on with the lovely makes of other creative ladies at the memademittwoch. Click.

Anyway, thanks for reading and happy sewing everyone!

See you soon,

Milan