Libellen-Latzhose :-)

Moin ihr Lieben,

G´day Ladies and Gents, please scroll down for the english version.

seitdem Einteiler eine Art Wiederbelebung erfahren haben, bin ich immer wieder begeistert, was für tolle Schnitte es im Netz und auch im Straßenbild zu finden gibt.

Jumpsuits finde ich grandios, meist schnell genäht, gemustert oder uni, morgens reingeschlüpft und man ist den ganzen Tag schick angezogen. Eine etwas andere aber dennoch ähnliche Spielart ist die Latzhose. Mein ganz persönlicher Favorit. So ähnlich wie vor Jeans hatte ich bisher immer großen Respekt vor ihnen, da es dort noch mehr als bei „nur“ Hosen besonders auf die gute Passform ankommt (und man da gefühlt 1 Mio. Fehler machen kann).

Nichts desto trotz wollte ich mir eine nähen.

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Es gibt ein paar schöne Beispiele von tollen Frauen, aber so richtig populär scheinen Latzhosen nicht zu sein. Egal, ich hatte einen schönen Schnitt gesehen und ihn kurzerhand letzten Freitag gekauft: Turia von Pauline Alice. Das ist mein erster Schnitt von dieser Marke und Gott sei Dank ist mir nicht entgangen, dass Pauline auf ihrer Webseite schreibt, dass sie für Frauen mit einer Körperlänge von 1,65m designt, sodass ich mich darauf einrichten konnte, mal locker 15cm an Länge zugeben zu müssen (Ich bin ein großes Mädchen mit 1,80m).

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Da ich in zwei Läden (!) in Berlin keinen für meine Laune passenden Jeansstoff finden konnte, beschloss ich, in mein Lager zu tauchen und dort bin ich tatsächlich fündig geworden: zwei Meter von diesem großartigen Leinen, den ich vor zwei Jahren aus Japan mitgebracht hatte. Dunkelblau mit cremefarbenen und roten Libellen. Hach, ich bin immer noch verliebt in den Stoff :-). Leider liegt er nur 1,10m breit, wie das in Japan so üblich ist, also konnte keine Turia mit langem Bein daraus werden. So entschloss ich mich kurzerhand, eine Latz-Shorts daraus zu machen.

Am Freitag Abend puzzelte ich den pdf-Schnitt zusammen, am Samstag wurde zugeschnitten und angefangen. Da sie wie eine Jeans genäht wird, also mit jeder Menge Stepp- und Kappnähten, habe ich alle Maschinen aufgebaut und sie sind auch alle zum Einsatz gekommen (also eine Overlock und zwei Nähmaschinen, eine normal bestückt und eine mit Jeans-Steppgarn für die Ziernähte). Laut der Beschreibung von Pauline sollte man sich nach den Körpermaßen richten und nicht nach den Maßen des fertigen Kleidungsstücks. Das habe ich beherzigt und mein Hüftmaß als Maßstab genommen. Das entspricht bei ihr einer Größe 42. Da musste ich mal kurz schlucken, trage ich doch sonst eine 38, habe dann aber beherzt in den Stoff geschnitten. Die Markierungen für die Taschen und Gürtelschnallen ließ ich bei denen für die Größen 34-38, da ich die Ahnung hatte, an den Seitennähten zur Taille hin noch etwas abnehmen zu müssen. Wie es sich bei der ersten Anprobe herausstellte war das genau richtig. Ich konnte satte drei Zentimeter pro Seite reinnehmen, von der Hüfte bis zur Taille zulaufend. Glück war auch, dass ich die Rundung an der inneren Naht nicht nach oben zur Größe 38 verlegt hatte (wie kurz mal angedacht), sonst wäre der Schritt zu hoch geworden und wir wissen ja alle, wie sich das anfühlt beim tragen 😉

Obwohl in der Beschreibung etwas von 20cm langen Reißverschlüssen steht, waren die Markierungen definitiv höher angesetzt und 15cm lange Reißer hätten auch gereicht. Ich habe zwar die 20cm langen eingesetzt, die Öffnung aber bei 15cm belassen. Es reicht so vollkommen, um rein und raus zu kommen.

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Genäht habe ich das meiste dann am Sonntag Abend, mit kleinen Unterbrechungen bis halb eins in der Nacht. Aber dann war sie komplett fertig und das beste: sie passt super und ich kriegte das Grinsen kaum aus dem Gesicht, als ich dann ins Bett fiel.

Da es ja mittlerweile zu kühl ist, draußen nackte Beine zu haben, musste am Montag eine blickdichte Strumpfhose herhalten, damit ich meine Turia ausführen und fotografieren lassen konnte. Das Grinsen war immer noch da 🙂

Fazit: Schöner Schnitt für fortgeschrittene Näherinnen
Material: ca. 1,60m bei 1,10m Breite; am besten fester Stoff, Köper, Jeans, Leinen der festen Art, Kord, 2 Schnallen (4cm), 2 Jeansknöpfe zum einhämmern, 2 Reißverschlüsse à 15cm, Garn und Ziergarn zum Absteppen, Verzierung nach Geschmack (rote Paspel bei mir)
Tragegefühl: 🙂 macht einfach gute Laune

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Im Mauerpark am Montag

Wie seht ihr das, sollte Frau ab einem gewissen Alter einfach keine „kindischen/kindlichen“ Sachen mehr nähen/tragen? Ich bin da manchmal sehr mit mir im Zwiespalt, ob ein Teil noch „altersgerecht“ oder „angemessen“ ist. Meistens pfeif´ ich letztendlich drauf, aber gelegentlich fällt mein Blick dann zufällig auf mein Spiegelbild und ich denke, hm, du siehst aus wie´n 44-jähriger Teenager. Also, eher so gewollt als gekonnt. Lasst ihr manchmal Sachen links liegen, weil dieser innere Nörgler euch ins Ohr flüstert, das sei nicht angemessen? Würde mich sehr interessieren, wie ihr darüber denkt.

Aaalso, ich liebe jedenfalls meine süße Turia-Latz-Shorts und werde sie bestimmt oft tragen (und das nicht nur aber auch im Urlaub).

Hier geht´s jetzt ab zu den fabelhaften Frauen vom MeMadeMittwoch und ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim nähen!

Bis zum nächsten Mal,
macht es gut,
Milan

 

G´day Ladies and Gents,

since a few seasons, jumpsuits are back in our lives; I like to see women wear them everywhere, in Blogs, on the streets, in Shops.

They are versatile, most are easy to sew, uni or with nice dessins, you slip into one in the morging and you´re dressed nicely all day. A slightly different kind of jumpsuit are dungarees. My very personal favorite. Similar to sewing a pair of Jeans, I always had big respect for dungarees, because of the fit issues that might occur, even more so than with „only“ pants.

I wanted to sew one nonetheless.

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There are some lovely examples of dungarees online, made by talented women, but not one really popular one (or I missed out on it). Whatever, I detected a pattern and bought it Friday afternoon, to spend a weekend sewing: the dungaree Turia by Pauline Alice. It was my first pattern by her, so I was glad I didn´t miss her statement that her designs are for women who are 1,65m tall at the average. So I knew I had to add at least 15cm to the legs (I´m a tall girl with my 1,80m).

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So, armed with my new pattern, I spent two hours hunting for fabric, but couldn´t score one that really got to me! Even though I roamed two shops in Berlin, still no luck. So I decided to dive headfirst into my stash and – hurray! – found 2meters of this beautiful linnen I bought in Japan two years ago! Dark blue with tiny dragonflies in cream and red, oh, I still adore this fabric! Unfortunately it is custom in Japan to weave fabric only in 1,10m width (perfect for a Kimono), so it was out of the question to make a Turia with long legs. Consequently I decided to make a short one instead.

I printed and pieced the pdf-pattern together on Friday evening, Saturday I cut it out and started sewing. The pattern is sewn quite similar to actual Jeans with lots of flat-fell-seams and topstiching, so I set up all of my three machines for this project, (one serger, two machines; one equipped with topstiching-yarn, one with normal yarn) and I used them all.  According to Pauline, one should choose the size by checking the body measurements, not the measurements of the finished garment. I did, but had to swallow hard: my hip measurement is 102cm, which was a size 42 (14), whereas I normally wear a size 36/38 (8/10). But – better to stay too big; making things smaller is always easier than making them wider ;-). So I cut into my fabric without making a muslin. I kept the positions of the pockets and beltloops at the markings for sizes 34-38 though, as I presumed that I would need to take the side seams in later, to fit my waist measurement. After the first fitting I realized that that was a good move, as I had to take the side seams in by about 3cm on each side. A lucky strike indeed, the size 42, as the crotch would sit at an unfortunate place had I cut out a size 38 ;-).

Although the description called for two zippers 20cm long, the markings were a lot shorter (at 15cm), so in the end I used the 20cm zippers, but didn´t open the seam for the last 5cm. I get in and out of the pants without problems, so I left it that way.

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The Turia came together mostly on Sunday, when I took some breaks in between, but finished them at 0.30 in the morning. But then it was complete and the best: it fits beautifully and I couldn´t stop ginning when I finally went to bed.

Since it is too chilly to wear naked legs outside anymore, I had to adorn myself with some thick leggins to take my Turia out on Monday and have them photographed. The grin remained on my face :-).

Summary: nice pattern for advanced sewers
Materials: 1,60m of fabric, 1,10 wide (choose a sturdy fabric like denim, curdoroy or linnen,
2 buckles (4cm), 2 no-sew-buttons, 2 zippers (15cm), yarn, top-stich-yarn, adornment (red piping in my case)
Feeling when wearing: 🙂 makes me happy

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I have a question for you Ladies, at which age should a woman refrain from wearing „young“ clothes styles? Sometimes I find myself in a situation where I really like to wear/buy something and then comes this little voice in my head telling me to not be ridiculous and stay with something more age-appropriate…sometimes I don´t give a f**k , but then I catch my image in a surface and can´t help but feel a little like a 44-year-old teenager. I´d really appreciate your opinion on that matter.

However, I will get a lot of wear out of my lovely Turia dungarees (not only in my upcoming holidays, for sure).

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So here´s what the creative Ladies of the MeMadeMittwoch came up with: Click

That leaves me to say, happy sewing everyone and see you next time,

Cheers,
Milan

 

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14 Gedanken zu “Libellen-Latzhose :-)

  1. Das ist ja ein toller Stoff und eine kurze Latzhose ist ja eine schöne Idee; ergibt mit dem Ringelshirt und den Strümpfen einen coolen Look.
    Stimmt schon, Latzhosen sieht man im Straßenbild selten, aber wenn ich jemanden damit sehe, fällt es mir bisher stets positiv auf.
    LG von Susanne

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  2. Ich finde die Hose super, und den Stoff richtig toll dafür. Ganz viel liegt ja auch an der Stoffwahl, ob etwas zu kindlich wirkt und hier ist dir der Spagat sehr gut gelungen. Lg, Zuzsa

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  3. zuerst du der latzhose.die sieht super aus und wenn man figur und so schöne beine hat,sieht es toll aus. nun zu deiner frage. ich bin 43 und werde bald 44. ich bin sehr schlank und könnte mir noch so einiges erlauben,ABER… es hat wenig mit der figur oder bösen stimmen im kopf zu tun. ich möchte einfach nicht lächerlich aussehen.ich finde es furchtbar,wenn man den frauen ansieht,wie sie verzeifelt versuchen, junger auszusehen und wirken.daher trage ich keine kleidungsstücke ,die normalerweise 18jährige mädels tragen,auch wenn ich das könnte,zumal ich auch noch klein bin.
    ich trage nicht mal college-jacke,obwohl ich sie wahnsinnig liebe. aber würde ich sie anziehen würde ich mit meinen halb grauen haaren einfach lächerlich aussehen.

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    • Hm, wahrscheinlich hast du Recht, Julia, es kommt wohl auch darauf an, wie erwachsen man sich fühlt. Diese kindliche Seite an mir, die gern noch spielen möchte, kommt jetzt mehr und mehr zu Hause raus, nicht mehr so oft in der Öffentlichkeit. Nur manchmal lasse ich sie durchblitzen 😉
      Danke für deine ehrlichen Worte.
      LG Milan

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  4. Ich finde man sollte immer genau das tragen worauf man Lust hat. Egal was andere vielleicht sagen oder auch nicht. Ich finde auf den Bildern sieht man, dass du trägst wozu du Lust hast und das ist ganz phantastisch. Abgesehen davon finde ich, dass es viele Jerseykleider gibt die viel mehr nach Teenager aussehen als diese Hose. Und wenn man erwachsen aussehen will kann man ja immer noch nen Blazer drüberziehen, das hilft ja fast immer.
    Zurück zu Hose. Die ist toll, der Stoff ist super und die Paspel. Eine Erzieherin in der Einrichtung meiner Tochter trägt auch oft Latzhosen und ich find das richtig gut.
    LG Ella

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  5. Wie genial ist die denn bitte? Bin ja extrem verknallt in diese Hose! Vor allen Dingen in den Stoff!
    Zu Deiner Frage….ob ich so etwas tragen würde? Wenn es mir steht? Warum nicht? Bin sogar noch älter und wenn ich mir manch junges Mädel auf der Straße anschaue, dann denke ich:“ Sind die schon alt geboren???“ Der Trend geht doch eher dahin, dass die alle möglichst „gediegen“ aussehen wollen. *find* Ich finde, es muß einfach zum Typ passen. Dann kann man (fast) alles tragen! 🙂

    LG
    Lina

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  6. Die Latzhose sitzt super und sieht an dir so passend aus, dass ich da nicht die „Altersfrage“ stellen würde. Mit den schwarzen Strümpfen wirkt es wahrscheinlich auch erwachsener als wenn du nackte Beine hättest.
    Das eigene Gefühl ist bestimmt der beste Ratgeber und was für eine Frau passt, passt für eine andere überhaupt nicht. Was ich gar nicht mag sind „Regeln“, die festlegen, auf was Frauen ab einem bestimmten Alter verzichten sollen.
    LG
    Susanne

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    • Ja, ich höre auch nicht immer auf den inneren Nörgler, wie man sieht. Aber es hat mich sehr interessiert, wie andere Frauen damit umgehen. Also danke, dass du mir deine Sicht gezeigt hast 🙂
      LG Milan

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  7. Liebe Milan, die Latzhose ist spitze geworden und Du siehst in dem kompletten Outfit einfach umwerfend aus.
    Ich finde es schrecklich, wenn alternde Damen ihr Faible für grau, beige und zartlila entdecken und pflegeleichte Kurzhaarfrisuren tragen. Da denke ich lieber an den Film Mamma Mia, in dem Meryl Streep mit stolzen 59 Jahren latzhosig und mit blonder Wallemähne auf dem Bett herumspringt und pure Lebensfreude versprüht.
    Eine eigene Turia steht auch noch auf meiner To-sew-Liste. Bis sie fertig ist, trage ich mit Begeisterung meine Gekaufte, gerne mit Ringel-T-Shirt drunter, genauso wie geringelte Kniestrümpfe zum Kleid oder Selbstgenähtes aus „Kinderstoffen“. Ich möchte auch nicht aussehen wie eine 43-jährige Erstklässlerin, aber wie andere auch schon vor mir schrieben, ist es immer eine Frage der Kombination Schnitt-Stoff-Schuhe-Accessoires-usw.
    Beste Grüße,
    Nina

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