…in der Mache/…in the making

Moin ihr Lieben,

…tja, eigentlich wollte ich euch heute mein neues Shirt/Wickeldress aus der Fashion Style 2/2015 präsentieren, wenn ich nicht so ungeduldig gewesen wäre…. denn ich habe natürlich schön alles gewaschen, gebügelt und ausgeschnitten, auch zusammengenäht bis kurz vorm Einsetzen des Reverkragens, als ich die erste Anprobe vornahm.

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Ein böses Erwachen! Die Brustabnäher saßen 4cm zu tief, ich konnte soviel aus der Seitennaht nehmen, dass das Seitenteil nur noch ein schlanker Streifen war und im Rücken hat der Stoff  „gepoolt“, soll heißen, da war viel überflüssige Mehrweite! Mist!

Davon war ich am Sonntag erstmal so entmutigt, dass ich beschloss, die notwendigen Änderungen und das anschließende neu ausschneiden (glücklicherweise habe ich noch Stoff) auf einen anderen Tag zu verschieben.

Da ich aber auch nicht die Ruhe hatte, mich einfach mit einem kühlen Getränk in die Sonne zu setzen, habe ich kurzerhand noch ein „Basis“-Prinzessoberteil zugeschnitten, mit dem Ziel, es so anzupassen, dass es tadellos an mir sitzt und ich es als Vorlage für andere zukünftige Oberteile mit Prinzessnaht verwenden kann. Die notwendige Änderung für einen kleinen Busen hatte ich schon vorgenommen, also aus Nessel ausgeschnitten und anprobiert. Am Hals und in der Armkugel zu eng, im Rücken etwas zuviel Stoff und an den Seiten noch etwas weggenommen. Diese Änderungen habe ich dann auf den Schnitt übertragen und dann nochmal ein Probeteil zugeschnitten und zusammengenäht.

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Diesmal saß es sehr gut. Also alles schön auf dem Schnitt markiert und das Ganze dann nochmal als Papierschnitt inklusive Nahtzugaben ausgeschnitten.

Jetzt habe ich zumindest eine Basis für das nächste Oberteil, von der aus ich den Schnitt gleich vor dem Zuschnitt ändern kann. Ich empfinde es als enorm lästig und auch zum Teil als eine Verschwendung von Ressourcen, für jeden neuen Schnitt ein Probeteil anzufertigen. Hätte ich meinen Basisblock schon fertig gehabt und ihn auch angewendet, wäre mir ein Neuzuschnitt im Falle des Shirtkleids wohl erspart geblieben. Alas, nun ist es so… aus Fehler lernt man (ja, auch noch mit 44).

Deshalb also heute kein schönes neues fertiges Kleid, nur ein Post über die Freuden des Anpassens 😉

Wie handhabt ihr das? Macht ihr jedes Mal ein Probeteil bei einem neuen Schnitt? Oder schnibbelt ihr einfach in einer Größe größer aus und hofft auf das Beste? Oder mit mehr Nahtzugabe?  Oder habt ihr profimäßig euren persönlichen Basisblock immer zur Hand? Bei Standards wie Oberteil verlängern und Brust verkleinern bin ich mittlerweile recht versiert, aber in diesem Fall hatte ich wohl einfach ein Brett vorm Kopf.

Tja… aus dem neu gewonnenen Prinzessoberteil wird dann wohl ein Kleid. Geplant ist dazu ein Tulpenrock nach eigenem Bau. Ich bin gespannt… der Stoff dafür ist ziemlich stabil, eigentlich ein Dekostoff, aber der hatte mein Herz sofort erobert. Dazu aber beim nächsten (oder übernächsten) Post mehr.

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Jetzt wünsche ich euch viel Erfolg beim nähen eures nächsten Teils und werde dann mal wieder an meinen Änderungen basteln. Nähen ist toll!

Viel Spaß beim nähen und bis zum nächsten Mal

(die immernoch ungeduldige, aber demütige) Milan

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5 Gedanken zu “…in der Mache/…in the making

  1. Der stoff mit Vögelchen ist ein traum!
    zu deinen fragen:ich entscheide mich je nach situation. mal mache ich voll auf risiko so wie ist, mal gebe ich etwas mehr nahtzugabe, wobei mit nahtzugabe kann man nicht wirklich was beheben,wenn tatsächlich passformmängel auftreten. mal mache ich probe.
    die proben mache ich, wenn:
    -ich zu teueren stoff habe
    -zu wenig stoff habe
    -grundsätzlich bei allen hosen
    -fast immer(nicht immer) bei den jacketts und mäntel
    manchmal messe ich die wichtigsten strecken und punkte und vergleiche mit meinen ,massen.
    das ist aber eine ungefähre methode, denn du weißt nicht,wie das in der realität und mit bequemlichkeitszugaben mitwirkt.
    einen basisschnitt hilft dabei rein gar nicht. und überhaupt wenn mal ein perfekten schnitt schon mal hat und ihn aus einem anderen stoff näht, gibt es gar keine garantie,dass es auch mit einem aneren stoff perfekt sitzen wird. das beste beispiel sind die hosen. jeder neuer stoff- neues anpassungsspiel.
    und nein! die probe ist niemals eine verschwendung! man kann bei einer probe was wegschneiden und wieer was anflicken und anpassen und perfektionieren bis der arzt kommt.

    liebe grüße
    sewing galaxy

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    • Hallo Julia,
      danke für die Antwort! Ich dachte es mir schon fast, dass es oft leider unumgänglich ist, ein Probeteil zu nähen…
      Glücklicherweise habe ich noch Stoff und kann das bisher genähte Teil als Probeteil verwenden. Es hatte nur alles so schön gepasst mit den Vöglen an der richtigen Stelle etc. Aber nun muss ich wohl oder übel nochmal von vorn anfangen.
      Beim nächsten Mal lieber gleich mit einem Probeteil 🙂

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  2. Liebe Milan,
    habe gerade meinen Post für den morgigen MMM vorbereitet, wo ich auch über Passformprobleme schreibe. Die ereilen mich genau deshalb, weil ich keine Probeteile nähe. Ach, das dauert mir zu lange, ich will Fortschritte sehen… Und nun kosten mich die Änderungen endlos Zeit (da hätte man lässig ein Probeteil geschafft)! So ein Basis-Stück ist sicher vernünftig, gerade bei den Prinzessoberteilen, die ja doch ziemlich perfekt sitzen müssen. Auf Dein Wickeldress bin ich sehr gespannt. Der Stoff ist einfach zauberhaft. Liebe Grüße von einer ein wenig nähfrustierten Ina

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    • Hallo Ina,
      Schwester im Geiste 😉
      Ja, ich gebe zu, Geduld ist nicht meine Stärke, wäre in diesem Fall aber besser gewesen. Da ich sonst gern und viel mit Jersey nähe und der eben viele Passformfehler verzeiht, muss ich nicht oft Probeteile nähen. Ich will aber in Zukunft mehr mit Webstoffen machen, also sollte ich mir vielleicht einen Vorrat an Nessel zulegen 🙂
      Auf deinen Post bin ich gespannt.
      Liebe Grüße, Milan

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